Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Lead in the Head + Bring the Jews Home Lead in the Head + Bring the Jews Home
  • 2.11.2016
    die naTo

Lead in the Head + Bring the Jews Home

DOK Leipzig 2016

Frankreich/Niederlande 2016, OmeU, Dok, 63 min

Lead in the Head
R: Aurore Peuffier, Frankreich 2016, 7 min, OmeU

Ein Schuss ins Schwarze. In den Kopf eines Wolfes, der mit diesem roten Mal als Trophäe auf dem Dorfplatz landet. Und als solche verenden soll. Er springt jedoch unerwartet auf und entflieht. Die blauen Nachtstunden bringen kaum Erlösung. Aber der Morgen eine Stimme, die über den Tod hinaus von der Sterblichkeit des Wolfes zeugen wird, konkret und im übertragenen Sinn. Gemalt in expressiven Strichen: naturfarben, blau wie die Hoffnung auf neues Sein und schließlich gleißend wie der Tod.

A shot that hits the mark. Right into the head of the wolf that ends up as a trophy bearing a red mark on the village square. And is expected to perish there, but then leaps up unexpectedly and flees. The blue hours of the night bring little redemption, but morning will bring a voice that over and beyond death will testify to the mortality of the wolf, tangibly and figuratively. Painted in expressive lines, in natural colours, blue like the hope for a new existence, and finally blazing like death.

Nadja Rademacher

Bring the Jews Home
R: Arnold van Bruggen, Eefje Blankevoort, NL 2016, 56 min, OmeU

Wie lange müssen die Christen noch auf die Rückkehr des Messias warten? Wie erfüllt sich die Prophezeiung und durch wen? Zum Beispiel durch Koen Carlier. Davon ist der flämische Aktivist zumindest selbst überzeugt. Schließlich liefert die Bibel genaue Handlungsanweisungen: Bringt die Juden nach Hause, dann kommt auch der Messias. Im Namen der niederländischen Zweigstelle der Organisation „Christians for Israel“ beackert er deshalb seit über 20 Jahren die Ukraine, um alle dort verbliebenen Juden über ihr Recht (und eigentlich ihre Pflicht), nach Israel auszuwandern, aufzuklären. Sein Alltag sieht aber wenig glorreich aus und ähnelt dem eines Handlungsreisenden. Auf seinen Touren durch unterentwickelte Regionen stößt er auf gastfreundliche, aber auch skeptische Menschen. Der eine beruft sich auf seinen hohen Blutdruck, der andere will lieber nach Deutschland. Carlier predigt mit sanfter Strenge und unerschütterlichem Enthusiasmus weiter: Niemand bleibt in der Diaspora zurück, ob er will oder nicht. Mit Maidan und dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes vollzieht sich in seinen Augen eine endgültige Wendung. Alle Zeichen und Symbole stehen auf Armageddon. Hier ändert der Film selbst seine Richtung radikal – vom Porträt eines verirrten Familienvaters zum Psychotrip. Mit voller Bildkraft voraus schraubt er sich in die gefährliche Gedankenwelt eines religiösen Fundamentalismus christlicher Fasson.

How long must Christians still wait for the Second Coming? How will the prophecy be fulfilled and by whom? For example by Koen Carlier. At least that’s what the Flemish activist firmly believes. After all, the bible supplies precise instructions: Bring the Jews back home and the Messiah will come. So for more than 20 years he has been working in Ukraine on behalf of the Dutch branch of “Christians for Israel” in order to enlighten all the Jews still living there about their right (their duty, actually) to emigrate to Israel. But his life is a rather unglamorous one which resembles that of a commercial traveller. On his tours through underdeveloped regions he meets hospitable but also sceptical people. Some plead high blood pressure; others would rather emigrate to Germany. Carlier keeps preaching with gentle severity and unshakeable enthusiasm: Nobody will be left behind in the Diaspora, whether they like it or not. Maidan and the outbreak of the Ukrainian conflict constitute a final change in his eyes. All signs and symbols point to Armageddon. This is where the film, too, radically changes direction: from the portrait of a confused family man to a psycho trip, working its way into the dangerous thinking of Christian religious fundamentalism, full visual power ahead.


Lars Meyer

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Lief zuletzt im November 2016