Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Der Schatz Der Schatz
  • 6.10.2016
    die naTo
  • 7.10.2016
    die naTo
  • 9.10.2016
    die naTo
  • 10.10.2016
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  • 11.10.2016
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  • 12.10.2016
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  • Mo 17.10. 22:30
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Der SchatzComoara

Un-cut: Die Ästhetik der schnittlosen Montage

Rumänien/Frankreich 2015, OmU, 90 min, Regie: Corneliu Porumboiu

Format:DCP

Sprache: Rumänisch mit deutschen Untertiteln
Language: Romanian with german subtitles

Tiefgründig-absurde Komödie des rumänischen Regisseurs Corneliu Porumboiu über die Odyssee zweier Träumer, die aus Abenteuerlust, Geldsorgen und der Hoffnung auf Veränderung im Garten eines Familienanwesens nach einem vergrabenen Schatz suchen.

Wie das Märchen, welches der Mittelständler Costi zu Beginn des Films seinem Sohn vorliest, gerät der jüngste Film von Corneliu Porumboiu zu einer Art Märchen – ohne sich dem lakonisch Untergründigem zu entziehen, für das der Rumäne bekannt ist. Im Mittelpunkt stehen drei Männer, in ihren Lebensauffassungen verschieden und doch geprägt von den selben Sorgen. Costi, dem wir von Beginn bis Ende folgen, wird von seinem Nachbarn Adrian um eine beträchtliche Summe Geld gebeten, weil der auf dem Grundstück seines Großvaters einen Schatz ausgraben und zu dem Zweck einen „Experten“ mit Metalldetektor anstellen will. Obwohl die Anhaltspunkte rar sind, lässt Costi sich auf den Handel ein und findet den gemächlichen Cornel, der die Sache schwarz für weniger Geld machen soll. Die Suche, die folgt, ist das dramaturgische Zentrum des Films, hier verdichten sich die Charaktere in den gedehnten Einstellungen, hier verfängt sich in der Schwere des Lebens die Kamera. Nie können wir Hektik oder Eile von ihr erwarten, weil sie sich auf die Menschen und ihre Handlungen in vollster Konsequenz fokussiert – nicht die Lösung, sondern den Keim der Konflikte sehen wir in diesen langen Bildern immer wieder entstehen.
Bestimmend für den SCHATZ ist dieses Lächeln, das uns belohnt, wenn wir den Bildern aufmerksame Betrachtung schenken – der durchkomponierten mise en scene, den alltäglichen, unbestimmt geistvollen Gesprächsfetzen in all ihren Andeutungen und Versprechen. Durch sie spinnt Porumboiu letztendlich seine wunderbare Geschichte: Zwei Männer, die von der Gesellschaft, von den finanziellen, politischen Krisen ihres Landes desillusioniert sind, finden plötzlich in dem irren Versprechen, einen Schatz zu suchen, ihre Hoffnung – das schließlich in einer absurden Öffnung ins flüchtig Magische belohnt wird. Was kann es Märchenhafteres geben?

Am 11. Oktober mit einer Einführung von Florian Galbarz zum Einsatz schnittloser Montagen im Film.

Der Film ist Teil der Reihe "Un-Cut: Die Ästhetik der schnittlosen Montage"

Im aktuellen Kino ist der aus vielen Einstellungen montierte Film immer noch die vorherrschende Form, auch wenn sich im Weltkino der letzten Jahre vermehrt Tendenzen zu langen, ungeschnittenen Szenen – sogenannten Plansequenzen – erkennen lassen. Die Entwicklung der digitalen Filmproduktion des letzten Jahrzehnts ermöglicht es Filmemachern erstmals, Stunden an Filmmaterial ohne Unterbrechung zu drehen. Doch welche spezifischen Ästhetiken bringen Filme, die aus Plansequenzen oder gar nur aus einer Einstellung bestehen, hervor? Wie wirken sie auf unsere Wahrnehmung der Zeit, des filmischen Raums und der Filmerzählung ein? In dieser lose fortgeführten Reihe wollen wir in aktuellen und älteren Filmen nach Antworten suchen.

Lief zuletzt im Oktober 2016