Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Der Name der Leute Der Name der Leute
  • Di 27.09. 19:30
    die naTo

Der Name der Leute

Verband binationaler Familien und Partnerschaften zeigt

Frankreich 2010, OmU, 104 min, Regie: Michel Leclerc
mit Sara Forestier, Jacques Gamblin, Carole Franck, Zinedine Soualem
Format:35mm

Sprache: Arabisch,Englisch,Französisch mit deutschen Untertiteln
Language: Arabic,English,French with german subtitles

Bahia hat einen eigenen, kreativen Umgang mit dem mal latenten, mal offenen Rassismus in Frankreich entwickelt: Sie nutzt jede Gelegenheit, ihren hybriden Status als Französin mit algerischem Vater als identitärer Solitär möglichst öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Ganz nach dem Lebensmotto ihrer hippiebewegten Eltern "Make love not war" schläft sie mit politisch rechts stehenden Männern, um sie ideologisch „umzudrehen“. Eines Tages trifft sie auf Arthur, der sich eigentlich ganz wohl dabei fühlt, mit seinem konservativen Allerweltsnamen in der anonymen Masse unterzutauchen, um nicht als „fremd“ angesehen zu werden. Nach ihrem ersten Zusammentreffen finden die beiden unaufhörlich Anlässe, um über ein Thema zu diskutieren: Sind sie nun einzigartig oder unablösbar Teil einer Gruppe der Gesellschaft? Und so muss sich Arthur plötzlich nicht nur mit Bahias mitreißendem Idealismus, sondern auch mit der wahren Geschichte seiner Familie auseinandersetzen.

Die fiktive Geschichte des Films ist eng verwoben mit Ereignissen französischer Politik, so dass auch das Thema Identitätspolitik immer wieder in erfrischender Weise kommentiert wird. Die anschließende Diskussion zu Zugehörigkeiten und Identitäten wird eng daran anknüpfen, denn: Die Theorie vom clash of cultures wird bekanntlich immer wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt und mit ihr der Wunsch nach der Eindeutigkeit von Zugehörigkeit zu einem wie auch immer gedachten kulturellen Kosmos. Dies gerade in einer Zeit, in der das Leben nicht nur rund um den Globus, sondern auch im Zentrum Europas instabiler und weniger planbar zu werden scheint. Ideen von gesellschaftlicher Pluralität werden jedoch in Frage gestellt, wenn Identitäten als statisch und unverhandelbar präsentiert werden. Dies betrifft gerade Menschen in interethnischen und multireligiösen Familien. Schnell geraten sie unter den Verdacht, im Entweder-Oder gefangen zu sein, so dass die zwei Seiten der starr gedachten Kulturen an ihnen zerren und ziehen. Dieser von Vorurteilen geprägte Blick blendet aus, dass kulturelle Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeiten längst zum Alltag eines Großteils der europäischen bzw. bundesdeutschen Bevölkerung gehören.

Im Anschluss Gespräch mit Gästen über (kulturelle) Zugehörigkeit und Identität.

Eine Veranstaltung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.

Mit freundlicher Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung und dem Aktionsfonds der Strategie "Leipzig. Ort der Vielfalt" der Stadt Leipzig gefördert im Bundesprogramm "Demokratie leben!"

Lief zuletzt im September 2016