Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Sexarbeiterin Sexarbeiterin
  • 8.07.2016
    die naTo
  • 10.07.2016
    die naTo
  • 12.07.2016
    die naTo
  • 13.07.2016
    die naTo

Sexarbeiterin

BRD 2016, deutsche OF, Dok, 96 min, Regie: Sobo Swobodnik

Format:DCP

Sprache: Deutsch
Language: German

Der Film begleitet die studierte Informatikerin und Berliner Sexarbeiterin Lena Morgenroth über mehrere Monate hinweg durch ihr Leben, bei ihrer Arbeit und im „ganz normalen“ Alltag. Damit will er eine andere Perspektive in die Debatte einbringen. Denn Prostitution, Sexarbeit, horizontales Gewerbe sind wie keine andere Berufsbranche von Klischees, Stereotypen und Ressentiments geprägt. In den Medien, vor allem des Boulevards, spielen im Diskurs um Sexarbeit in der Regel ausschließlich Zwangsprostituierte, drogenabhängige oder missbrauchte Sexarbeiterinnen eine Rolle. Dabei werden Sexarbeiterinnen nahezu immer als Opfer dargestellt. Dass es darüber hinaus auch andere Sexarbeiterinnen gibt, die freiwillig und selbständig der Sexarbeit nachgehen, zeigt der Film Sexarbeiterin von Sobo Swobodnik. Dabei entstand ein vielseitiges menschliches Porträt einer Sexarbeiterin, im Kontext von Familie, Freunden und Partnerschaft, als Teil der erstarkenden politischen Bewegung der selbstbestimmten Sexarbeiter_innen und bei ihrer tatsächlichen Sexarbeit.

Der Film widmet sich damit einem der großen Streitthemen des Feminismus: der Sexar­beit. Ist sie Ausdruck des fortbestehenden Patriarchats oder (mittlerweile) Teil der sexuellen Selbstbestimmung und gesellschaftli­chen Emanzipation der Frau*? Während die einen weiterhin für ein Verbot von Prostitution streiten, fordern die anderen für Sexarbeit rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz. Die Positionen sind dabei so unterschiedlich wie die individuellen Erfah­rungen von Sexarbeiter_innen. Durch den Fokus auf eine einzelne Protagonistin zeigt der Film eben auch nur einen Aspekt des Themas. Ob die im Film behandelte Sexarbeit nur die Lebensrealität einiger weniger Privilegierter widerspiegelt, wo der Unterschied zwischen dem Verkauf des eigenen Körpers und der eigenen Arbeitskraft liegt und wie eine feministische Position zu Sexarbeit aussehen könnte - diese und andere Fragen werden auch weiterhin Thema heiß geführter Debatten sein.

"Anhand seiner Protagonistin Lena zeigt er eine Form der sexuellen Dienstleistung jenseits patriarchaler Unterdrückung und Ausbeu­tung. Damit macht er unsere Gesellschaft als eigentliches Übel aus: Nicht Sex sei das Problem, sondern Sexismus." (Missy Magazine)

Die Filmemacher_innen erregten 2014 Aufmerksamkeit, weil sie zur Finanzierung der Dokumentation eine ungewöhnliche Crowdfunding-Aktion starteten: sie boten selbst sexuelle Dienstleistungen an. Und wurden auf diese Weise temporär zu Kolleg_innen der portraitierten Lena Morgenroth.

Der Film lief bereits im März in der Cinémathèque als Leipziger Erstaufführung. Aufgrund des großen Interesses wurde er erneut ins Programm genommen.

Lief zuletzt im Juli 2016