Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen
  • Do 28.07. 20:00
    die naTo
  • Fr 29.07. 20:00
    die naTo
  • Sa 30.07. 20:00
    die naTo
  • So 31.07. 19:00
    die naTo
  • 1.08.2016
    die naTo
  • 2.08.2016
    die naTo
  • 3.08.2016
    die naTo

Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen

Polen/Israel 2015, OmU, 94 min, Regie: Marcin Wrona
mit Itay Tiran, Agnieszka Żulewska, Tomasz Schuchardt, Andrzej Grabowski
Format:DCP

Sprache: Polnisch mit deutschen Untertiteln
Language: Polish with german subtitles

Eine vodkagetränkte Hochzeitsfeier auf dem Lubliner Lande gerät aus den Fugen, als der in England aufgewachsene Bräutigam Piotr zu ahnen beginnt, dass das ihm als Brautgeschenk angebotene Anwesen ein dunkles Geheimnis birgt.

Hochzeitsvorbereitungen auf dem Land. Für den in England aufgewachsenen Polen Piotr kann das nur bedeuten, sich noch irgendwie halbwegs dem Resistenz-Niveau gegenüber Wodka anzupassen, das sein zukünftiger Schwiegervater, sein Schwager und nicht zuletzt seine baldige Braut aufweisen können. Doch irgendwie will das nicht so recht klappen - und was als Schwäche und Mangel an Standhaftigkeit interpretiert wird, sind in Wahrheit Vorboten eines sich ankündigen Unheils. Geplagt von Alpträumen und Visionen widerspricht Piotr nicht nur der patriarchalisch geprägten Erwartungshaltung an Männlichkeit, sondern droht auch ein dunkles Familiengeheimnis freizulegen. Eine jüdische Dorfschönheit, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts ermordet wurde, ergreift schließlich als Totengeist besitzt von ihm und sucht die frohe Gesellschaft als ruheloses Wesen heim.

Der polnisch-israelisch koproduzierte Film vermag nicht nur gekonnt zwischen Komödie und Horror zu wandeln, sondern erzählt neben den kulturellen Eigenheiten auch eine universelle Geschichte über die Mechanismen des Verdrängens. Die verdrängten Themen der polnischen Gesellschaft, der Antisemitismus und die Verbrechen gegen jüdische Menschen aus eben dieser Gesellschaft heraus, werden in DIBBUK als genau das behandelt, was sie sind: als aktuelle Probleme. Unterhaltsam und düster zugleich ist der Film von Marcin Wrona auch ein wichtiges Statement eines jungen polnischen Filmemachers gegen das Vergessen. Und zugleich ein seltenes Juwel aus einem gespaltenen Land, dessen politisches Klima sich immer bedrohlicher in Richtung Nationalismus und Intoleranz verschiebt. Umso tragischer, dass Wrona kurz vor der polnischen Premiere des Films auf dem Festival in Gdynia tot in einem Hotelzimmer aufgefunden wurde.

Am 28.7. mit einer Einführung von Rainer Mende, Programmreferent Polnisches Institut.

Lief zuletzt im August 2016