Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Wild Wild
  • 17.06.2016
    die naTo
  • Sa 18.06. 22:00
    die naTo
  • So 19.06. 21:00
    die naTo
  • Mo 20.06. 22:00
    die naTo
  • Di 21.06. 20:00
    die naTo
  • So 26.06. 19:00
    die naTo

Wild

BRD 2016, deutsche OF, 97 min, Regie: Nicolette Krebitz
mit Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender
Format:DCP

Sprache: Deutsch
Language: German

Anja und der Wolf: Eine ungewöhnliche Begegnung zwischen Plattenbauten in Halle mit weitreichenden Folgen - Ein Film über das Verhältnis von Mensch zu Tier, von Mensch zu Mensch, über animalische Triebe und unterdrückte Wildheit im Betondschungel.

Drüben in unserem Nachbarstädtchen Halle durchquert die IT-Büroangestellte Anja auf dem Weg zur Arbeit tagtäglich einen kleinen Wald inmitten einer Plattenbauwüste. Wald und Wüste – das sind die beiden Leitmetaphern für die Durchdringung von Natur und Kultur, für das Wilde in der von Menschen bewohnten Welt. Eines Tages steht ein Wolf vor Anja, leibhaftig, blickt ihr selbstbewusst entgegen, verschwindet wieder. Anjas Sehnsucht ist entfacht. Dies ist ihr Wolf, sie will ihn haben, seine Nähe spüren, seine Wildheit bezwingen. Selber Wolf werden und den ermüdenden Kollegen und Verwandten, ihrer banalen und so sinn- wie leidenschaftsbefreiten beruflichen Existenz eine lange Nase drehen. Und Anja tut es. Fängt den Wolf mit selbstgebrauten Betäubungsmitteln ein. Schleppt ihn hinauf in die Plattenbauwohnung. Füttert ihn. Erduldet seine nachvollziehbaren Ausfälle animalischen Befreiungsdrangs. Tagsüber geht sie nach wie vor auf Arbeit. Ihr Chef, ein charismatisches Arschloch, beginnt in Anja mehr zu sehen als das blasse, stumme Sekretärinnenmädchen. Anja pfeift auf alle Konventionen, verführt ihn - und setzt ihm dann ganz buchstäblich ein Stück Scheiße auf den Schreibtisch.

Nicolette Krebitz’ dritter Film WILD erzählt eine Befreiungsgeschichte mit ungewöhnlichen Vorzeichen, geht nicht den gewöhnlichen Weg vom Eigenen ins Fremde als eine Bewegung von der Stadt in die Natur. WILD bleibt in der Stadt, bis ganz zum Schluß, und kann aufgrund dieser weisen Beschränkung eine Reihe von unverbrauchten, teilweise schockierenden Bildern in Szene setzen, die das Wildwerden nicht formelhaft behaupten, sondern in immer überraschenden Momenten zeigen und damit spürbar machen. WILD ist großes Kino: sinnlich, von Konventionen frei, bis zum Anschlag provokant.

Lief zuletzt im Juni 2016