Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Stimmen aus dem Wald - Out of the Forest Stimmen aus dem Wald - Out of the Forest
  • Do 28.07. 21:00
    Conne Island

Stimmen aus dem Wald - Out of the Forest

über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2003, OmU, Dok, 91 min, Regie: Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef

Format:DCP

Sprache: Hebräisch,Litauisch mit englischen Untertiteln
Language: Hebrew,Lithuanian with english subtitles

„Freitag, 11. Juli 1941. Das Wetter ist schön. Es weht ein warmer Wind. Der Himmel ist nur leicht bewölkt. Vom Wald her hört man Schüsse.” Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch von Kazimierz Sakowicz, einem polnische Journalisten aus Ponary, einem kleinen Dorf zehn Kilometer westlich von der litauischen Hauptstadt Vilnius. Zwischen 1941 und 1944 wurden hier mehr als 100.000 Menschen ermordet, zum größten Teil Juden und Jüdinnen. Sakowicz beobachtete die öffentlichen Massenhinrichtungen von seinem Dachfenster aus und führte akribisch Buch darüber. Das Buch erschien erschien 2003 auf Deutsch: Rachel Margolis, Jim G. Tobias (Hrsg.): Die geheimen Notizen des K. Sakowicz. Dokumente zur Judenvernichtung in Ponary. Antogo-Verlag, Nürnberg 2003.

Sechzig Jahre später reisen zwei israelische FilmemacherInnen, begleitet von den beiden einzigen Überlebenden des Massakers, zurück an die Stätte des Grauens, um AnwohnerInnen und Zeitzeugen über die Geschehnisse von damals zu befragen. Out of the Forest berichtet von Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Massenhinrichtungsplatzes lebten - wie das junge Mädchen, deren Kühe auf den Gräbern weideten; die Frau, die sich weigerte, einen entflohenen Gefangenen in ihr Haus zu lassen oder der Mann, der mit den Kleidern der Toten Handel trieb. Der Film zeigt auch die bis heute anhaltende Verdrängung in einem Ort, der „mit dem Blut von Tausenden Ermordeten getränkt” ist, wie eine Passantin wahrheitsgemäß bemerkt und zugleich betont, dass sie gerne dort lebe.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit Dr. Ekaterina Makhotina, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt die Erinnerungskultur im östlichen Europa und insbesondere der Holocaust in Litauen.

Lief zuletzt im Juli 2016