Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 heute morgen 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Much Loved Much Loved
  • 17.06.2016
    die naTo
  • 18.06.2016
    die naTo
  • So 19.06. 19:00
    die naTo
  • Di 21.06. 22:00
    die naTo
  • So 26.06. 21:00
    die naTo
  • Mo 27.06. 22:00
    die naTo

Much Loved

Frankreich/Marokko 2015, OmU, 104 min, Regie: Nabil Ayouch
mit Loubna Abidar, Asmaa Lazrak, Halima Karaouane
Format:DCP

Sprache: Arabisch mit deutschen Untertiteln
Language: Arabic with german subtitles

Spielfilm über das Leben von Sexarbeiter*innen in Marrakesch zwischen weiblicher Solidarität, Selbstbehauptung und Erniedrigung in der von Tradition und Religion geprägten Gesellschaft Marokkos - Ein intimer und direkter Einblick in einen Teil des marokkanischen Alltags, den es offiziell gar nicht geben darf.

Noha, Soukaina und Randa sind Sexarbeiter*innen, oder genauer: "Huren", wie sie sich selber nennnen und ebenso auch von ihren Kunden behandelt werden. Sie arbeiten in den Bars und Casinos von Marokkos Hauptstadt Marrakesch, sie werden von reichen Scheichs zu ausschweifenden Partys geladen oder von wohlhabenden Touristen in ihr Hotel. Und sie sind beste Freund*innen, die von einem besseren Leben träumen, fernab von der Sexarbeit, aber auch fernab von der sie erdrückenden traditionellen Gesellschaft. Der Film nimmt als teilnehmender Beobachter am Alltag dieser Clique tougher Frauen teil und zeigt ihre Funktion in der von repressiver religiöser und patriarchaler Moral bestimmten Ordnung auf. Sowohl gesellschaftlich, als Unterhalter*innen, Liebhaber*innen und Sexarbeiter*innen, die eine Freiheit verkörpern, die anderen versagt ist - und die sie selbst mit gesellschaftlicher Ächtung sowie sexueller Erniedrigung bezahlen. Und ökonomisch, denn sie verdienen das Essen ihrer Familien, sie zahlen die Miete, sie bestechen Polizisten und Türsteher, ihr wahrlich hart erarbeitetes Geld fließt so über Umwege auch zurück in die Taschen von Politikern, die sie heimlich buchen und öffentlich verdammen.

Der französisch-marokkanische Regisseur Nabil Ayouch lenkt den Blick auf diese Widersprüche der marokkanischen Gesellschaft und ihre oftmals gewalttätige Doppelmoral, die durch das von der Regierung verhängte Aufführungsverbot des Films nicht deutlicher hätte gemacht werden können. Er beleuchtet die dunklen Ecken Marokkos, von denen jeder weiß, aber die angeblich niemand kennt. Neben Prostitution und sexueller Ausbeutung von Kindern wird dabei auch die Situation homosexueller Menschen und Transgender thematisiert.

"Der Film MUCH LOVED gibt einen ungewöhnlichen Einblick in die geheimen Refugien jenseits offizieller Verbote innerhalb einer muslimischen Gesellschaft, er handelt vom Verlust familiärer Beziehungen, aber auch von weiblicher Solidarität in einer Art Ersatzfamilie."
(Wolfgang Nierlein / Filmgazette)

Lief zuletzt im Juni 2016