Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Akt Akt
  • Do 28.04. 22:00
    die naTo
  • Fr 29.04. 22:00
    die naTo
  • Sa 30.04. 22:00
    die naTo
  • 2.05.2016
    die naTo
  • 3.05.2016
    die naTo
  • 4.05.2016
    die naTo

Akt4 Leben ein Akt

DOK Leipzig Nachlese

BRD 2015, deutsche OF, Dok, 105 min, Regie: Mario Schneider

Die Nacktheit des menschlichen Körpers gehört zu den ältesten Motiven der Kunstgeschichte und immer noch sollte, wer sich zum/zur bildenden KünstlerIn berufen fühlt, sein Handwerk am anatomischen Zeichnen schulen - hiervon handelt der Film AKT. Geschichten und Filme über den Akt der Aktmalerei gibt es folglich viele. Meistens stricken sie am Mythos der Muse: Der nackte Körper wird in Filmen wie etwa Rivettes Balzac-Verfilmung "Die schöne Querulantin" zur Ausdrucksfläche einer künstlerischen Subjektivität.

Mario Schneiders Film AKT, der beim Dok Leipzig 2015 Premiere feierte, geht einen anderen Weg. Er entführt seine ZuschauerInnen in die stillen, von arbeitsamer Konzentration aufgeladenen Räume der Leipziger HGB, in denen Aktzeichnen auf dem Programm steht. Die Kamera umkreist die Körper der Modelle behutsam, fokussiert mal auf die Details der Flächen an Schultern oder Schenkeln, zeigt sie dann in ihrer Gesamtheit, in unbequemen Posen, immer unbewegt und dem Blick der Studierenden und der Kamera ausgeliefert. Statt von KünstlerInnen erzählt Mario Schneider dabei Geschichten über das Leben seiner vier ProtagonistInnen. Uta, Gabriela, Anette und Max sind vier Leipziger Menschen aus verschiedenen sozialen Kreisen und Altersstufen. Schneider begleitet sie aus der Malstube hinaus in ihren Alltag, fragt in zurückhaltender Dokumentarfilmästhetik nach ihrer Vergangenheit. Das Ergebnis ist ein einfühlsames Gruppenporträt, das einen Zusammenhang zwischen der Schönheit und Vergänglichkeit des Körpers und dem in ihm verborgenen menschlichen Wesen herstellt. Unvergesslich sind die mit gütigem Humor erzählten Geschichten über das schreckliche Leid der Uta Pilling, die man an manchen Leipziger Nachmittagen in der Grimmaischen Straße mit einem Akkordeon und selbstgeschriebenen politischen Liedern bewundern kann.

Lief zuletzt im Mai 2016