Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Hunger Hunger
  • 9.03.2016
    die naTo

Hunger

Un-cut: Die Ästhetik der schnittlosen Montage

UK 2008, OmU, 96 min, Regie: Steve McQueen
mit Michael Fassbender, Stuart Graham, Liam McMahon
Format:MPEG 4

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Language: English with german subtitles

HUNGER ist der erste Langfilm des Künstlers Steve McQueen (SHAME / 12 YEARS A SLAVE), der die Situation von IRA-Kämpfern in der britischen Haft und den kollektiven Hungerstreik um Bobby Sands (Michael Fassbender) Anfang der Achtziger zum Anlass nimmt, um über existentielle und historisch-politische Fragen gleichermaßen in einer dezidiert poetischen Form nachzudenken. Das Leitmotiv unserer Reihe Uncut - Die Ästhetik der schnittlosen Montage ist in HUNGER nicht nur in Bezug auf die 22-minütige Dialogszene zwischen Sands und einem irischen Priester (Liam Cunningham) – dem Herzstück des Films – interessant, sondern lässt sich auch als ästhetisches Konzept verstehen, welches Drastik als Mittel der Wertschätzung einsetzt, als unbedingten Willen zum genauen Hinsehen. Film wird hier auf die Möglichkeiten der Unmittelbarkeit abgeklopft, die extrem physische Inszenierungsweise dient einem Entwurf von Kino, das körperlich affizieren anstatt betäuben, geistig fordern anstatt zerstreuen will und somit zu mehr wird, als zu einer bloßen Abbildung: zu einer Aufgabe.
Mit einer Einführung von Amos Borchert.

Der Film ist Teil der Reihe "Un-Cut: Die Ästhetik der schnittlosen Montage"


Im aktuellen Kino ist der aus vielen Einstellungen montierte Film immer noch die vorherrschende Form, auch wenn sich im Weltkino der letzten Jahre vermehrt Tendenzen zu langen, ungeschnittenen Szenen – sogenannten Plansequenzen – erkennen lassen. Die Entwicklung der digitalen Filmproduktion des letzten Jahrzehnts ermöglicht es Filmemachern erstmals, Stunden an Filmmaterial ohne Unterbrechung zu drehen. Doch welche spezifischen Ästhetiken bringen Filme, die aus Plansequenzen oder gar nur aus einer Einstellung bestehen, hervor? Wie wirken sie auf unsere Wahrnehmung der Zeit, des filmischen Raums und der Filmerzählung ein? In dieser lose fortgeführten Reihe wollen wir in aktuellen und älteren Filmen nach Antworten suchen.

Lief zuletzt im Mrz 2016