Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Solo Sunny Solo Sunny
  • Do 18.02. 19:00
    die naTo

Solo Sunny

Personalie: Wolfgang Kohlhaase

DDR 1980, OmeU, 100 min, Regie: Konrad Wolf
mit Renate Krößner
Format:35 mm

Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln
Language: German with english subtitles

Sunny (Renate Krößner) singt und träumt von mehr. Sie tingelt im Show-Kollektiv durch die Kulturhäuser der Provinz, blickt in immer dieselben leeren, versoffenen Gesichter, erwehrt sich gegen den dummdreisten Conférencier und fliegt schließlich aus dem Programm.
Zwischen Bühne und Fabrik, Philosoph und Taxifahrer, Übermut und Einsamkeit sucht Sunny ihren eigenen Weg und verliert sich dabei beinah. Oder auch, in Kohlhaases knappen Worten: Jemand hat eine besondere Idee von sich selbst. Und schon beginnt der Ärger.

SOLO SUNNY ist der letzte Spielfilm des 1982 verstorbenen Regisseurs Konrad Wolf. Wolfgang Kohlhaase schrieb das Drehbuch und führte zusammen mit Konrad Wolf Regie. Vorbild für die Film-Sunny war dabei das Leben der Berliner Sängerin Sanije Torka – Solo Sunny als versteckte Hommage an die umtriebige Künstlerin aus dem Prenzlauer Berg und zugleich als ein Plädoyer gegen gesellschaftliche Bevormundung, für künstlerische Selbstbehauptung und den eigenen Weg durchs Leben. Diese Aussage war selbst für die zeitweilig gelockerte Kulturpolitik der späten 1970er ein Wagnis. Auf der Berlinale 1980 erhielt Renate Krößner jedoch den Silbernen Bären für ihre Hauptrolle und der Film große Aufmerksamkeit. Der Kinoerfolg war danach auch in der DDR nicht mehr aufzuhalten.

Sunny is a singer in a band which is constantly on the road. She therefore leads a relatively restless life. She is single; living on her own, she takes things into her own hands. Besides, she has no difficulty warding off men who harass her or try to chat her up. And she generally sees to it that what talent she has, is not overly exploited by others. Still, Sunny yearns for a great love experience. She gets to know Ralph, a philosopher, and believes she has found her true love. But Ralph does not return her love in the same way. Harry, who owns a taxi company, loves Sunny and, being well off, can offer her an easy and fun life. But he is not the one she wants. In the band, Sunny demonstratively turns down Norbert's obtrusive advances and she cold-shoulders him so completely that he kicks her out. He takes on a new young singer who is prepared to do everything expected of her in order to further her career. At this very point, Sunny discovers that Ralph is betraying her. She is deeply unhappy and when a solo appearance in a bar is a flop, she opts for suicide as a last resort. Her life is saved. It is especially the friendship and selfless help of a former colleague, Christine, which enables Sunny to actively face up to life again.

Anschließend Gespräch mit dem Drehbuchautor und Regisseur Robert Thalheim.

Robert Thalheim ist Drehbuchautor und Regisseur. Zu seinen Filmen zählen NETTO, für den er 2005 u.a. mit dem Drehbuch-Preis der Berlinale ausgezeichnet wurde, AM ENDE KOMMEN TOURISTEN (2007) und ELTERN (2013). Seine aktuelle Filmarbeit, die Agentenkomödie KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS, kommt voraussichtlich 2016 in die Kinos.
Das "Kohlhaase-Prinzip", nah an den Menschen und am Leben zu erzählen, verfolgt auch Thalheim in seiner Arbeit, die für Wolfgang Kohlhaase auf "benachbarten Wegen geht".

Lief zuletzt im Februar 2016