Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Der Aufenthalt Der Aufenthalt
  • Mi 17.02. 19:00
    die naTo

Der Aufenthalt

Personalie: Wolfgang Kohlhaase

DDR 1982, OF, 97 min, Regie: Frank Beyer
mit Sylvester Groth, Fred Düren, Klaus Piontek
Format:35 mm

Sprache: Deutsch
Language: German

Der junge deutsche Kriegsgefangene Mark Niebuhr (Sylvester Groth in seiner ersten großen Rolle) wird 1945 auf dem Warschauer Güterbahnhof von einer Polin für den SS-Mann gehalten, der ihre Tochter ermordet hat. Ohne zu erfahren, was man ihm vorwirft, kommt Niebuhr zunächst in Einzelhaft.
Bei einem Krankenhausaufenthalt erfährt er erstmals von dem Mordverdacht und wird in eine neue Zelle verlegt, wo bereits andere deutsche Kriegsgefangene sitzen. Unter ihnen herrscht eine strenge militärische Ordnung, die auf ihren einstigen Dienstgraden basiert. Korpsgeist und faschistische Ideale spiegeln sich in diesem Mikrokosmos, der von einem General Eisensteck und einem Major Lundenbroich angeführt werden. Niebuhr ist der Neue, der nach und nach die anderen kennenlernt. Jeder erzählt ihm, dass er unschuldig sei. Doch langsam erkennt Niebuhr, dass er mit Mördern, Henkern und Kriegsverbrechern in einer Zelle sitzt. Zum ersten Mal sieht er sich mit Fragen über Zugehörigkeit und Verantwortung für die Verbrechen im Nationalsozialismus konfrontiert und reflektiert seine eigene Rolle in den Geschehnissen des Krieges.

DER AUFENTHALT basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Hermann Kant, der darin seine eigenen Erlebnisse während der polnischen Kriegsgefangenschaft zwischen 1945 und 1949 verarbeitete. Wolfgang Kohlhaase zeichnet daraus in seinem Drehbuch ein differenziertes und detailgenaues Bild der unmittelbaren Nachkriegswehen und den schicksalhaften Begenungen dieser Zeit.

Der Film war für den Internationalen Wettbewerb der Berlinale 1983 angemeldet, wurde jedoch nach Einwänden von polnischer Seite im Vorfeld der Filmfestspiele ohne offizielle Begründung von der DDR wieder zurückgezogen. Später war er in der DDR nur in einzelnen Studiokinos zu sehen.

Mit einem Vortrag von und Diskussion mit der Historikerin und Medienwissenschaftlerin Claudia Böttcher.

Lief zuletzt im Februar 2016