Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Die Bergkatze Die Bergkatze
  • Di 29.12. 18:00
    Grassi

Die Bergkatze

Kinoorgel live

Weimarer Republik 1921, OF, 81 min, Regie: Ernst Lubitsch
mit Pola Negri, Victor Janson, Paul Heidemann
Format:mpeg 2

Der Kommandant eines großen Forts, das bisher uneinnehmbar schien, sorgt sich um die Unschuld seiner hübschen Tochter Lilli. Er hat erfahren, dass der als Frauenheld verschriene Leutnant Alexis zu seiner Kompanie versetzt werden soll. Und Alexis, so heißt es, hat noch jede Frau verführt, die ihm gefiel. Zunächst aber wird Alexis selbst entblättert, nämlich von der Räuberhauptmannstochter Rischka, die ihm unterwegs auflauert und ihn in seiner Unterwäsche zurücklässt. Daraufhin entbrennt ein Kampf gegen die Räuber, aus der die Soldaten zunächst als Sieger hervorgehen. Am Abend wird der Sieg euphorisch gefeiert. Der Draufgänger Alexis bandelt tatsächlich mit Lilli an und muss ein Heiratsversprechen geben.

Mit Die Bergkatze, basierend auf einem Manuskript von Hanns Kräly, drehte Lubitsch den ersten konsequent durchgeführten Spielfilm in Deutschland. Zugleich war es sein erster kommerzieller Misserfolg. Einer der Gründe war sicherlich, dass der Film kurz nach Ende des ersten Weltkrieges in die Lichtspielhäuser kam und das Publikum noch nicht bereit war, eine Militärparodie zu akzeptieren. Lubitsch selber schätzte seinen Film sehr. Seiner Meinung nach enthielt der Film mehr Ideen und satirischen Witz als die meisten anderen seiner Werke. Andererseits wurde das Publikum mit einem neuen und einzigartigen Stil konfrontiert. Lubitsch hatte die Absicht, den Film auf eine nur gedanklich getragene Groteske hin zu inszenieren. Für die Ausstattung engagierte er den Maler Ernst Stern, der Lubitschs Vorstellungen konsequent in Ausdruck umsetzte. So entstand eine Architektur, welche die Pointe der Ironie vorweg nimmt und eine Parodie auf Ausdruckmittel des Expressionismus darstellt. Ergänzend dazu legte Lubitsch über die Bilder schwarze Passepartouts der unterschiedlichsten Formen. So entstand eine Abfolge von Bildern in runden, ausgefransten und gezackten Rahmen, die zusammen mit der künstlichen Dekoration eine neuartige und extreme Stilleistung zu Zwecken einer satirischen Burleske erreichen. Letztendlich wurde Die Bergkatze gerade wegen dieser phantasievollen Architektur, grotesken Ausstattung und der Experimente mit den Bildformaten berühmt.


Die Veranstaltungsreihe Kinoorgel live findet im Großen Vortragsaal des GRASSI Museum Leipzig statt und ist eine Kooperationsveranstaltung des Cinémathèque Leipzig e.V. und des Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig. An der Welteorgel begleitet Maria Wolfsberger, mit Einführungen von Veit Heller und Claudia Cornelius.


Kinoorgel live-Eintrittspreise: 10,00 € / 8,00 € (ermäßigt) / 20,00 € (Familienkarte) / 6,00 € p.P. (Gruppenkarte ab 8 Personen) / 3,00 € (Kinder im Alter von 4 - 16 Jahren und Leipzig-Pass)

Lief zuletzt im Dezember 2015