Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 12.05.2003
    die naTo
  • 13.05.2003
    die naTo

Mein TerroristMy Terrorist

Palästina-Israel-Spezial

Israel 2002, OmU, 58 min, Regie: Dok, Yulie Cohen Gerstel

Die siebziger Jahre. Ein Mädchen, das ein mutiges Kind sein möchte. Das davon träumt, ein Offizier der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte zu werden. Das stolz ist und eine große Patriotin und das 1978 bei einem Terroranschlag der Volksfront für die Befreiung Palästinas auf die Crew eines El-Al-Fluges in London angeschossen und verwundet wird. Das Mädchen ist zur Frau herangewachsen und hat heute selbst Töchter. Heute bedeutet Patriotismus für sie, den Versuch zu wagen, sich mit dem Terroristen auszusöhnen, der sie vor 22 Jahren angeschossen hat und seine Strafe noch immer in einem britischen Gefängnis absitzt.

Die Besatzung eines Flugzeuges der israelischen Fluggesellschaft El Al
wird im Jahre 1978 in London Ziel eines Terroranschlages. Die
Flugbegleiterin Yulie Gerstel überlebt, doch die Angst hat sie ihr Leben lang nicht verlassen.
Yulie Gerstel - heute renommierte Filmemacherin in Israel, aktives
Mitglied der israelischen Friedensbewegung und Mutter zweier Töchter -
brauchte viele Jahre, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Bei dem
Anschlag der Volksfront zur Befreiung Palästinas starb einer der
Attentäter, weil eine Handgranate zu früh explodierte. Das rettete Yulie
das Leben. Der andere, Fahad Mihyi, überlebte und wurde in London zu
vier Mal lebenslänglich verurteilt. 22 Jahre später nahm sie Kontakt auf
zu dem Mann, der sie fast ermordet hätte und sagt: "Ich habe ihn viele
Jahre gehasst, doch Rache wollte ich nie. 22 Jahre im Gefängnis sind der
Preis, den er bezahlt hat. In der politischen Realität üben wir seit
Jahren immer nur Vergeltung." Mit ihrem Film ruft die Filmemacherin zur Versöhnung und zum Verzicht auf Rache auf. Yulie besucht Fahad im Gefängnis. Er möchte nicht über seine Vergangenheit sprechen, doch Yulie sucht nach einer Erklärung. Der ehemalige Terrorist bekennt: "Ich war damals 18 und wurde manipuliert. Ich möchte mich bei Ihnen und ihrer Familie entschuldigen. Meine Trauer ist ehrlich."
Anschließend Diskussion mit dem Leipziger Projekt BAINUNA.

Lief zuletzt im Mai 2003