Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Lampedusa in Winter Lampedusa in Winter
  • 1.11.2015
    die naTo

Lampedusa in Winter

DOK Leipzig 2015

Austria/Italy/Switzerland 2015, OmeU, Dok, 93 min, Regie: Jakob Brossmann

Sprache: Arabisch,Englisch,Italienisch,Tigrinja-Sprache
Language: Arabic,English,Italian,Tigrinya

Lampedusa in Winter

Mit Einsetzen des Flüchtlingsstroms über das Mittelmeer wurde die winzige italienische Insel Lampedusa zur Projektionsfläche paranoider Fremdenhasser wie zum Symbol einer unmenschlichen Asylpolitik. Im Winter 2014 reist der Theater- und Filmemacher Jakob Brossmann auf die Insel, um zu untersuchen, wie es um das Leben dort wirklich bestellt ist. Touristen und Medien sind fort, und die wirklichen Probleme der Bewohner treten in den Vordergrund: Die alte Fähre, überlebensnotwendig, ist abgebrannt und wurde durch eine noch ältere ersetzt. Deshalb treten die Fischer in den Ausstand. Eine Gruppe von Flüchtlingen, die seit Monaten hier festsitzt, will endlich aufs Festland. Sie streiken vor der Kirche. Weil es keine Fähre gibt, stapelt sich der Müll und die Lebensmittel werden knapp. Mitten in dieser angestrengten Lage kämpfen die Bürgermeisterin und eine engagierte Anwältin aus tiefster persönlicher Überzeugung um menschliche Lösungen. Brossmanns Blick ist unaufdringlich und genau. Mit sicherer Hand führt der Regisseur durch die Ereignisse dieser Krise, während er uns gleichzeitig Orte und Menschen vorstellt, die mit dem Schicksal der Migranten verbunden sind. Bemerkenswert ist, dass Bewohner und Flüchtlinge sich nicht gegeneinander instrumentalisieren lassen. Beide sind Opfer der gleichen zynischen Politik. Das herauszuarbeiten ist die große Stärke dieses Films.


When the flood of refugees began to cross the Mediterranean, the tiny Italian island of Lampedusa became a projection screen for paranoid xenophobes and a symbol of an inhumane asylum policy. In the winter of 2014, theatre artist and filmmaker Jakob Brossmann travelled to the island to find out what life there is really like. The tourists and media are gone and the inhabitants’ real problems come to the fore: the old ferry, essential for their survival, burnt down and was replaced by an even older one. That’s why the fishermen go on strike. A group of refugees who have been stuck on the island for months want to cross to the mainland. They are on strike in front of the church. Because there’s no ferry, waste is piling up and food is running out. In the midst of this tense situation two women, the mayor and a dedicated lawyer, are fighting for humane solutions out of deep personal conviction. Brossmann’s observations are unobtrusive and precise. He confidently guides us through the events of this crisis while introducing places and people that are linked to the immigrants’ fate. What’s remarkable is that the inhabitants and refugees refuse to be instrumentalised against each other. Both groups are victims of the same cynical policies. Showing this clearly is the great strength of the film.

Matthias Heeder

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Lief zuletzt im November 2015