Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Last Day of Freedom + Pervert Park Last Day of Freedom + Pervert Park
  • 1.11.2015
    die naTo

Last Day of Freedom + Pervert Park

DOK Leipzig 2015

USA + Sweden/Denmark , OmeU, Animadoc + DOK, 105 min, Regie: + Frida Barkfors, Lasse Barkfors

Last Day of Freedom
(Dee Hibbert-Jones, Nomi Talisman, USA, 2015)

Mit warmer, aber trauriger Stimme erzählt der Protagonist von seinem Leben. Und von der Schuld, den eigenen Bruder verraten zu haben. Völlig unaufdringlich enthüllt sich aber nicht nur eine tragische Familiengeschichte, sondern auch eine pseudo-demokratischen Gesellschaft, in der Menschen durch alle Raster fallen. Die rotoskopierten Bilder, die lange haften bleiben, eröffnen mit nur wenigen Linien und reduzierten Farben einen ungewohnten Blick auf Amerika.

Sprache: englische Originalfassung

In a warm but sad voice the protagonist talks about his life. And about his guilty conscience at having betrayed his own brother. Utterly unobtrusive, the narrative reveals not only the tragic story of a family but also a pseudo-democratic society where people fall through the cracks. With only a few lines and muted colours the rotoscoped images that linger in the memory open an unusual perspective on America.

Annegret Richter

Language: English original version


Pervert Park
(Frida Barkfors, Lasse Barkfors, Sweden+Denmark, 2014)

Sexualstraftaten zählen sicher zum Abscheulichsten, das Menschen anderen antun können. Über den Umgang mit den Tätern herrscht scheinbar ein breiter gesellschaftlicher Konsens. In den USA werden ihre Fotos öffentlich gepostet, und nach Verbüßung ihrer Haftstrafe dürfen sie nicht in der Nähe von Orten wohnen, an denen sich regulär Kinder aufhalten. Lediglich Sozialprojekte wie das von Frida und Lasse Barkfors porträtierte in Florida helfen ihnen, sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen und ins Leben zurückzufinden. In ruhigen Bildern filmen die Regisseure den Alltag in der „gated community“, einigen der etwa 120 dort lebenden Männer und Frauen kommt der Film sehr nahe. In konzentrierter Intimität entfalten sich erschütternde und sehr unterschiedliche Geschichten, teils von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen und einem lebenslangen Kampf um Würde und menschliche Nähe, teils aber auch von aus der Bahn geworfenen Existenzen. Immer geht es um den Umgang mit der eigenen Schuld und die Frage, wie mit ihr weitergelebt werden kann. Darüber hinaus lernen wir aber auch Menschen kennen, die in ein System geraten sind, das in einer Mischung aus gesellschaftlicher Hysterie und einem auf Profit ausgerichteten Justizapparat die Verurteilung von vermeintlichen Sexualstraftätern zu einem perfiden Geschäftsmodell gemacht hat. Den Begriff des „Perversen“ muss man nach dem Film anders denken.

Sprache: englische Originalfassung

Sexual offenses are surely among the most horrible things people can do to each other. There seems to be a broad social consensus on how to deal with the offenders. In the U.S. their photos are posted publicly. When they have served their prison sentence they are not allowed to live near places regularly frequented by children. Only social projects like the one in Florida portrayed by Frida and Lasse Barkfors help them deal with their crimes and find their way back to life. In tranquil images the directors record the daily life of this “gated community”, getting very close to some of the roughly 120 men and women who live there. Harrowing and very different stories unfold in concentrated intimacy, some of them about violence and abuse and a lifelong struggle for dignity and human warmth, some of them the stories of lives thrown off track. They are all about how to deal with one’s crime and how to live with it. But we also meet people who have been caught in a system that, in a mixture of social hysteria and a profit-oriented legal system, has turned the punishment of alleged sexual offenders into a perfidious business model. This film makes one re-consider the term “pervert”.

Grit Lemke

Language: English original version


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Weitere Informationen zu Last Day of Freedom + Pervert Park

Lief zuletzt im November 2015