Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

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  • Sa 31.10. 22:15
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DOK Leipzig 2015

Russia 2015, OmeU, Dok, 113 min, Regie: Inna Denisova

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Wir werden es vermutlich nie erfahren, wie sich die Annexion der Krim genau ereignet hat. Doch weder die versteckten Operationen der Streitkräfte noch die offenen Polit-Rhetoriken sind für Inna Denisova, die diesen No-Budget-Film mit viel Energie realisiert hat, von Belang. Sie interessiert sich für die schleichenden atmosphärischen Verschiebungen, die mit den geopolitischen einhergehen. Wie lebt es sich im Meer des russischen Weiß-Blau-Rot und von Graffiti-Plakaten, die für die einen Glücksverheißung, für die anderen Chauvi-Sprüche sind? Putins große Heimholung der Halbinsel konterkariert Denisova mit ihrer kleinen, sehr persönlichen Rückkehr nach Simferopol, ihre Geburtsstadt. Zweimal „Back Home“ – und die Frage, was das war, ist und sein wird: Heimat, Zugehörigkeit, Kindheit. Ohne jede Polemik spricht sie mit alten Schulfreundinnen, Künstlern und Galeristen. Manche bleiben, viele gehen. Ob im Interview mit einem Freund von Regisseur Oleg Sencov (wegen „Terrorismus“, aber ohne Beweise zu 20 Jahren Straflager verurteilt) oder in der ausgesprochen martialischen Reenactment-Event-Kultur (Panzer-Licht-Show für Jung und Alt), ob im Gespräch mit einem Zeichner, dem die Touristen wegbleiben, weshalb er nun Zhirinovsky und die „freundlichen Menschlein“ des Anschlusses porträtiert … Was sich zeigt: eine zutiefst gespaltene Gesellschaft und die noch tiefere Verunsicherung des Einzelnen.

Sprache: russische Originalfassung mit englischen Untertiteln

We’ll probably never know exactly how the annexation of Crimea happened. But Inna Denisova, who realised this no budget film with lots of energy, is not concerned with the covert army operations or the open political rhetoric. She is interested in the subtle atmospheric shifts that come with the geopolitical ones. How do you live in a sea of Russian white, blue and red and graffiti posters that some see as promises of happiness and others as chauvinistic boasts? Denisova counters Putin’s great project of bringing the peninsula back into the realm with her own small, very personal return to her native city, Simferopol. Two versions of “Back Home” – and the question of what this was, is and will be: home, belonging, childhood. She talks to old school friends, artists and gallery owners, avoiding all polemics. Some stay, many leave. Whether interviewing a friend of director Oleg Sencov (sentenced to 20 years hard labour for “terrorism” without a scrap of evidence) or looking at the extremely martial re-enactment event culture (tank lightshows for the whole family), whether talking to a cartoonist who has no more tourists to draw, which is why he now portrays Zhirinovsky and the “friendly little people” of the annexation … one thing becomes clear: it’s a deeply divided society whose individual members feel even more deeply insecure.

Barbara Wurm

Language: Russian original version with English subtitles


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Lief zuletzt im Oktober 2015