Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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The Nation That Didn't Wait For God The Nation That Didn't Wait For God
  • Fr 30.10. 20:00
    die naTo

The Nation That Didn't Wait For GodA nação que não esperou por deus

DOK Leipzig 2015

Brazil/Portugal 2015, OmeU, Dok, 89 min, Regie: Lucia Murat, Rodrigo Hinrichsen

The Nation That Didn't Wait For God

Schon die Eingangssequenz, die wie ein Zeittunnel Vergangenheit und Gegenwart verbindet, weist Lucia Murat als große Erzählerin des brasilianischen Kinos aus. 1999 drehte sie im Reservat der Kadiweu im Mato Grosso einen Spielfilm. 13 Jahre später kehrt sie zurück, um das Schicksal verschiedener Protagonisten, die damals kleinere Rollen übernommen hatten, aufzugreifen. Im Kontrast der Bilder von damals mit jenen der Gegenwart werden die Probleme der Kadiweu deutlich: Mit der Elektrifizierung kamen die Fernsehapparate, schließlich der Alkohol und die protestantische Kirche. Wie können Tradition, Sprache und Identität erhalten bleiben, wenn die Jungen in die Stadt gehen? Wenn die Pfarrer die alten Bräuche ablehnen? Wenn weiße Rinderfarmer sich illegal auf dem Gebiet der indigenen Bevölkerung niederlassen? Der Film folgt diesen Fragen in einer assoziativ angelegten Erzählung. Immer wieder gelingt es dieser, entlang kleiner Ereignisse und Details – der Tag der Toten, die Erklärung eines Namens – die Distanz abzumessen, die die Kadiweu von ihrer Vergangenheit trennt. Früher waren sie ein kriegerisches Volk, das auf Pferden in den Kampf zog. Heute waschen sie ihre japanischen Motorräder im Fluss und verhandeln Landrechte über Rechtsanwälte. Und bleiben trotzdem Kadiweu. Das jedenfalls ist das trotzige Statement der Schlusseinstellung dieses bemerkenswerten Films.

Sprache: portugiesische Originalfassung mit englischen Untertiteln

The opening sequence alone, which links the past and the present like a time tunnel, confirms Lucia Murat as one of the great storytellers of Brazilian cinema. In 1999 she shot a feature film in the Kadiweu reservation in Mato Grosso. 13 years later she returns to follow up on the lives of several protagonists who played small parts at the time. The contrast between the earlier images and those recorded recently reveals the Kadiweu’s problems: electrification brought television sets, then alcohol and the Protestant church. How can tradition, language and identity be preserved when the young people move to the cities? When the ministers object to the old traditions? When white cattle farmers settle illegally on the territory of the indigenous population? The film is an associative and narrative investigation into these issues, managing again and again to measure the distance that separates the Kadiweu from their past by small events and details – the Day of the Dead, the explanation of a name. They used to be a warrior people who fought on horseback. Today they wash their Japanese motorcycles in the river and negotiate land rights with lawyers. And still remain Kadiweu. This at least is the defiant statement of the film’s final shot.

Matthias Heeder

Language: Portuguese original version with English subtitles



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Lief zuletzt im Oktober 2015