Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Fences + The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls Fences + The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls
  • Di 27.10. 22:15
    die naTo

Fences + The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls

DOK Leipzig 2015

OmeU, Animation + DOK, 99 min

Fences - Płoty
(Natalia Krawczuk, Poland, 2015)

Ein einsamer Baum in einem Bretterwald – und ein kleiner Vogel, der ihn anschmachtet. Zwei Hunde, die sich ankläffen, solange Latten zwischen ihnen stehen. Menschen, die sich umzäunen oder gar nicht merken, wenn Zäune verschwinden. Die grotesken Episoden zum einstudierten Grenzverhalten könnten auch von Roy Andersson stammen. Doch anders als in dessen opulenten lebenden Tableaus reduziert Natalia Krawczuk ihre Bildsprache mit einem schlichten Zeichenstil, der auch politische Lesarten erlaubt.

A lonely tree in a forest of wooden boards – and a small bird that adores him. Two dogs barking at each other while they are separated by pickets. People who fence themselves in or don’t notice when fences disappear. These grotesque episodes about rehearsed border behaviour could also have been made by Roy Andersson. But unlike the latter’s opulent living tableaus, Natalia Krawczuk reduces her visual language to a simple style of drawing that allows for political interpretations.

Lars Meyer

Sprache/Language : ohne Dialog /without dialogue


The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls - Dybuk. Rzecz o wędrówce dusz
(Krzysztof Kopczyński, Poland+Sweden+Ukraine, 2015)


Mit einem Ausschnitt aus dem jiddisch-sprachigen polnischen 30er-Jahre-Klassiker „Der Dybbuk“ reißt gleich zu Beginn eine Wunde auf: Die Welt des Schtetls mit ihrem alten Volksglauben gibt es nicht mehr. Doch der Totengeist, der Dibbuk, wandert auch jetzt noch umher. Und er hat viele Gesichter.
Aus der Vergangenheit tauchen wir im ukrainischen Uman kurz vor dem „Euromaidan“ wieder auf. Ein heiliger Ort für tausende orthodoxe Juden, die während des Neujahrsfestes zum Grab des chassidischen Rabbis Nachman pilgern und das Stadtbild verwandeln. Zum Ärger ukrainischer Mitbürger, die sich vor einem Ausverkauf fürchten und mit Provokationen reagieren. Mal mit einem illegal aufgestellten Kreuz, mal mit einer Informationstafel zu Ehren des antisemitischen Kosaken-Führers und Schlächters Ivan Gonta. Oder etwas subtiler mit Extragebühren für einen koscheren Imbiss.
Die Welten prallen vielgestaltig aufeinander. Mit großer Neugierde fängt Krzysztof Kopczyński die kaum zu vereinbarenden Legenden und Rituale ein, die auf beiden Seiten zum Leben erwachen. Hier ein vollkommen verarmtes Land im Selbstfindungsprozess, begleitet von nationalistischen Tönen. Dort eine verlorene Tradition und die Erfahrungen des Holocausts. Wem gehört das Land? Der Film schöpft aus der Fülle des Materials, das voller Eindrücke, ungeschliffener Szenen und Fabeln steckt, und fördert dabei auch Unerwartetes zu Tage.

Sprache: englisch/spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Right at the start, an excerpt from the Yiddish-language Polish 1930s classic “The Dybbuk” opens an old wound: the world of the shtetl with its old folk beliefs has vanished. But the spirit of the dead, the Dibbuk, is still walking among us. And it has many faces.
We re-emerge from the past to find ourselves in the Ukrainian town of Uman just before “Euromaidan”. A sacred place for thousands of orthodox Jews who make the pilgrimage to the grave of the Hassidic rabbi Nachman and transform the town, annoying the Ukrainian citizens who are afraid of a sell-out and react with provocations. Sometimes it’s an illegally raised cross, sometimes an information board in honour of the anti-Semitic Cossack leader and butcher Ivan Gonta. Or, rather more subtly, extra fees for kosher snacks.
The worlds clash on many levels. With great curiosity, Krzysztof Kopczyński captures the almost incompatible legends and rituals that come alive on both sides. On the one hand a completely impoverished country in the process of finding its identity, accompanied by nationalistic overtones. On the other hand a lost tradition and the experience of the Holocaust. Who owns the country? The film mines a wealth of material full of impressions, rough scenes and fables to bring the unexpected to light.

Lars Meyer

Language: English/Spanish original version with English subtitles

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.


Weitere Informationen zu Fences + The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls

Lief zuletzt im Oktober 2015