Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Martha... Martha

    Französische Filmtage 2002

    Frankreich 2001, OmU, 95 min, Regie: Sandrine Veysset
    mit Lucie Regnier, Valerie Donzelli, Yann Goven

    Martha, ihr Mann Raymond und ihr Töchterchen Lise leben in einer kleinen Provinzstadt, geplagt von permanenter Geldnot. Sie tingeln mit Second-Hand-Klamotten von einem Flohmarkt zum anderen. Manchmal reicht der Ertrag, um ein paar Spielsachen für die Kleine zu kaufen... Trotzdem scheint das Glück immer greifbar. Doch Martha ist die Unruhe in Person und kaum in der Lage, die Routine eines Familienlebens zu erdulden. Sie kocht nicht, läßt den Haushalt verkommen, raucht, geht in die Bar, vergißt ihr Kind. Denn Lise, die ein festes Zuhause braucht, hat Martha um das gebracht, was sie am Leben hielt: die Freiheit aufzubrechen und der Unerträglichkeit des eigenen Daseins zu entfliehen. Wie kann sie sich lieben und anderen Liebe geben, wo sie ohne Liebe aufgewachsen ist? Martha besucht in Spanien ihre Schwester, die sich von der Vergangenheit befreit hat, doch sie selbst gerät immer tiefer in die Depression und zieht ihre kleine Familie mit in den Abgrund.
    Sandrine Veysset (geboren 1967) erzählt streng und poetisch, traurig und schön. Ihr Debut 1996 hieß GIBT ES ZU WEIHNACHTEN SCHNEE? Nun liefert MARTHA... MARTHA ein mutiges, modernes Melodram, einen schwarzen Film ohne Verbrechen. Im Grunde ein schwarzes Märchen, in dem die böse Rabenmutter sich selbst zum Opfer fällt - Opfer ihres Egoismus, ihrer Unvernunft, ihres wirren und blinden Anspruchs? Veysset fängt ihre Figuren mit einer beinahe expressionistischen Inszenierung ein.