Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Der Venezianische Spiegel 3: Dürers Rhinocerus Der Venezianische Spiegel 3: Dürers Rhinocerus
  • 7.04.2015
    Galerie fuer Zeitgenoessische Kunst GfZK

Der Venezianische Spiegel 3: Dürers RhinocerusKurzfilme

Der Venezianische Spiegel

Kanada/USA/Österreich/BRD div., stumm/dt. OF, 92 min, Regie: Chris Kennedy, Billy Roisz, Ernie Gehr, Karø Goldt

Format:div.

in der Galerie für Zeitgenössische Kunst GfZK, BlackBox, Karl-Tauchnitz-Str. 9–11:

Das Filmbild ist doppelte Wahrheit, ist Dualismus; einerseits durch die Annahme einer tatsächlichen Existenz des zu Sehenden, andererseits durch seinen symbolischen Charakter als Darstellung. Bedingung dieser Koexistenz ist die Abwesenheit bzw. die Neutralität der Kamera in der Bilderscheinung.
Die Schemen und Muster, die unserer filmischen Wahrnehmung zu Grunde liegen, werden also gemeinhin zu Gunsten einer durchorganisierten Vision der Welt gewissenhaft verborgen. Der dritte und letzte Teil des „Venezianischen Spiegels“ de- organisiert dies in einer Art Dürerschem Manöver hin zur eigenständigen Kamera. Eine solche nähert sich zwar dem, was sich – beispielsweise – hinter der enigmatischen Oberfläche der Abbildung zweier Personen verbirgt, respektiert aber deren Eigenleben (LISA AND SUZANNE).
Wenn die Kamera nicht mehr Werkzeug der Realitäts(re)produktion ist, treten die Abbildungsregeln, denen sie folgt (Ausschnitt, Focus, Position, etc.) nicht mehr hinter das Bild zurück, sondern eröffnen als Ambivalenzen Freiheiten in einer Welt, in der die Geschichte mit ihren dramaturgischen Regeln größtmöglichen Raum eingenommen hat. Die Anerkenntnis der Unbestimmtheit des Übergangs, der Untrennbarkeit von Kamera und Bild führt zum Blick, der gleichzeitig in beide Richtungen durch den Spiegel weist.

Filme:

BRIMSTONE LINE

Chris Kennedy, Can 2013, 16mm, ohne Dialog, 10 min

DARKROOM
Billy Roisz, Österreich 2014, digital, ohne Dialog, 13 min

LISA AND SUZANNE
Ernie Gehr, USA 1969–75, 16mm, stumm, 9 min

BLIND
Karø Goldt, BRD 2010, digital, 60 min

Der Abend ist der letzte Teil der dreiteiligen Reihe "Der Venezianische Spiegel". Ein "venezianischer Spiegel" reflektiert eintreffendes Licht, lässt jedoch einen gewissen Anteil des Spektrums zur anderen Seite hindurch. Auf diese Weise ist das Geschehen einseitig beobachtbar, während das Gegenüber nur sein eigenes Spiegelbild erkennt. In den drei Teilen der Reihe definieren wir Autorschaft, Bild/Erzählung und Publikum gleichberechtigt auf derselben Ebene. Das Bild verliert dabei seinen identifikatorischen Charakter, Autorin/Autor bleiben präsent und treten dem Publikum auf Augenhöhe entgegen. Die Kamera ist, technisch und ideell, als Auge und Projektionsapparat Spiegelebene dieser Konstellation und somit nicht die übliche, abwesende, zentralistische, bildgebende Autorität. In ihr wird der Ereignishorizont in beide Richtungen teilweise durchlässig.
Mit einer Einführung.

Lief zuletzt im April 2015