Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Walls + Penthouse North Walls + Penthouse North
  • 2.11.2014
    die naTo

Walls + Penthouse North

DOK Leipzig 2014

Spanien + Schweden 2014, OmeU, Dok, 95 min, Regie: Miguel López Beraza + Johanna St Michaels

Walls Eine angenehme männliche Stimme ersucht auf dunkler Leinwand um Nachsicht. Der Sprecher sei nicht das, was man sich vielleicht vorstellt: Ein Haus in Budapest, das schon, aber leider nicht eines dieser prächtigen Bürgerhäuser aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Stattdessen: ein unspektakulärer dreigeschossiger Flachdachbau, der über sich selbst erzählt und doch gleich zurücktritt, denn das, was ihn ausmache, seien doch die Leute, die ihn bewohnen. Besondere Sympathie hegt er für zwei von ihnen, nämlich den 92-jährigen Herrn István, der immer noch rüstig ist und ohne Brille liest, sowie die auch nicht mehr ganz junge Frau Magdi, eine vortreffliche Köchin alter Kronländer Hausmannskost.
Eine Stimmung von Abschied durchweht diese melancholisch in sich selbst ruhende Reminiszenz an den Gott der kleinen Dinge. „Der Gott der kleinen Dinge“, schrieb Arundhati Roy in ihrem gleichnamigen Roman von 1997, „hinterlässt keine Spuren im Sand, keine Wellen im Wasser, kein Abbild im Spiegel. Er ist der Gott dessen, was verloren geht, der persönlichen und alltäglichen Dinge, nicht der Gott der Geschichte, der die kleinen Dinge grausam in ihren Lauf zwingt.“
Ralph Eue

Penthouse North
Mit 62 sollte frau/man die Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Allein schon, um den Anfeindungen des Alters finanziell gewachsen zu sein. Aber wenn sich das Leben so verführerisch anbietet wie im New York der 1970er Jahre – wer mag da schon an alt und schwach denken? Agneta Eckemyr war 20, als sie in die Stadt kam: ein blonder schwedischer Männertraum, entschlossen zur Karriere als Model und Schauspielerin. Mit Erfolg. Doch dann zerbröselte der Glückschip irgendwie in der Realität dieser harten Stadt. Was blieb, ist ein Penthouse am Central Park. Und hier liegt ihr Problem. Das Apartment ist reine Illusion. Die Adresse signalisiert Erfolg, wo keiner ist. Es existiert auch kein Einkommen, um die Miete zu bezahlen. Umso hartnäckiger kämpft der Ex-Star um diesen Rest des alten Lebens. Allerdings lassen ihre Kräfte allmählich nach. Agneta wird immer stärker abhängig von Freunden, die ihr finanziell unter die Arme greifen, im Haushalt helfen und sie vergeblich davon zu überzeugen suchen, das Apartment aufzugeben. Ihr Widerstand allein gegen den Gedanken daran erklärt sich erst später als Beginn einer Alzheimer-Erkrankung.
Ursprünglich plante die Regisseurin die Verfilmung eines autobiografischen Drehbuchs, das Agneta geschrieben hatte. Entstanden ist ein berührender Film über die Vergänglichkeit der Schönheit, das Älterwerden in Armut, über Freundschaft und Solidarität.
Matthias Heeder

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.


Weitere Informationen zu Walls + Penthouse North

Lief zuletzt im November 2014