Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 heute morgen 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Einzelpräsentation Phillip Warnell Einzelpräsentation Phillip Warnell
  • Do 25.09. 20:00
    die naTo

Einzelpräsentation Phillip WarnellOutlandish / The Girl With X-Ray Eyes / I First Saw The Light

Avantgarde ist keine Strömung IV

GB , OmeU, Experimentalfilm, 50 min, Regie: Phillip Warnell

Format:digital

OUTLANDISH - STRANGE FOREIGN BODIES 2009, 20 min
THE GILR WITH X-RAY EYES 2008, 23 min
I FIRST SAW THE LIGHT 2012, 12 min

In OUTLANDISH meditiert der Philosoph Jean-Luc Nancy über Geschichte und die Integrität der Körper: ihre Geheimnisse, ihre Berührungen, ihre Vernichtung und Fremdheit. Outlandish ist ein Begriff aus dem Schottischen, der nicht nur das Fremd-Sein oder Fremder-sein sondern auch das vom-Land-entfernt-sein oder sich selbst fremd-sein beschreibt. Das Fremd-Sein Nancys besteht in seinem Herzen, das zuvor Teil eines anderen Körpers war und somit beschrieben werden kann wie der Oktopus im Wasser, der fremd – outlandish – in und zu seiner Lebensumwelt ist.
OUTLANDISH untersucht in einer Reihe von visuellen und literarischen Passagen die Wechselbeziehung
zwischen der – eigens für den Film entstandenen – Erzählung Nancys „Étranges Corps Étrangers“ und der Leinwandpräsenz des Erzählers als Abstraktion jeden Seins und seiner Begrenzungen.
Die 8 Episoden formen, ausgehend von dem deplatzierten Kopffüßer, eine Odyssee entlang körperlicher und mentaler Grenzen.
Dieser Ansatz wird in THE GIRL WITH X-RAY EYES weitergeführt.
Auch bei dem im Zentrum von I FIRST SAW THE LIGHT stehenden „Elefantenmenschen“, dessen bildhafte Präsenz nur durch Insistieren eines Filmfestivals kurz am Anfang des Films erscheint, spielen körperliche und mentale Begrenzungen die zentrale Rolle.
I FIRST SAW THE LIGHT zentralisiert die Spur von Joseph Carey Merricks einzig verbliebenem Werk. Der als "The Elephant Man" bekannt gewordene Merrick (1862-1890) produzierte eine Zwei-Seiten-Autobiografie, um sie den Teilnehmern eine Freak-Show, in der er im viktorianischen London vorgeführt wurde, zu verkaufen. Die daraus entnommenen Zwischentitel werden mit Sequenzen eines Kirchenmodells, daß er baute, kombiniert. Dieses, in einem Behälter aus Glas und Ebenholz verschlossen, verweigert uns die Antwort auf die Frage: Kreisen wir beim Betrachten um das Objekt oder dreht sich das Objekt zur Betrachtung vor unseren Augen?
Zugleich verweist diese Arbeit auf Merricks tiefe Menschlichkeit im Angesicht solch extremer Widrigkeiten wie der seiner Existenz.
I FIRST SAW THE LIGHT dient auch als Fußnote zu David Lynchs Spielfilm THE ELEPHANT MAN (1980).

Weitere Informationen zu Einzelpräsentation Phillip Warnell

Lief zuletzt im September 2014