Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

What if ... Teil II What if ... Teil II
  • Sa 27.09. 20:00
    die naTo

What if ... Teil IIJoy of Man's Desiring (Que ta joie demeure)

Avantgarde ist keine Strömung IV

Kanada 2014, OmeU, Experimentalfilm, 70 min, Regie: Denis Côté
mit Guillaume Tremblay, Emilie Sigouin, Hamidou Savadogo

Was wenn... Rotkäppchen einen anderen Weg genommen hätte?
Das was geschah folgt einem scheinbar geradlinigen Zeitverlauf, zwingend und kausal - was, wenn dieser Zeitstrahl unscharf wird? Was wenn der Beginn eine Weggabelung und das Ende unaufhörlich ist, wenn das Publikum dem Film nicht mehr und sich selbst noch nicht trauen kann?
Was wenn die Grenzen verschwimmen und das Bild nicht zweifelsfrei die Erzählung repräsentiert?
"What if..." ist eine spielerische Erkundung solcher Umstände.

Joy of Man's Desiring
An wen wendet sich die Frau, die über ihre Schulter spricht, die Augen gesenkt? An den Regisseur, den Zuschauer, einen unsichtbaren Dritten? „Wir müssen einander vertrauen“, erklärt sie leise, aber bestimmt. Diese erste Szene setzt die Tonart des Films. Wir sehen und hören gewaltige Maschinen, ohrenbetäubenden Lärm; Menschen, die die Maschinen bedienen, sie füttern, konzentriert, eingebunden in abstrakte Prozesse; Pausengespräche in der Umkleide, der Kantine. Denis Côté hat mit Que ta joie demeure aber keinen Dokumentarfilm über Maschinensklaven, über Entfremdung, Entmenschlichung oder Ausbeutung gedreht. Ton und Bild, Montage und Dramaturgie dienen ihm schlicht dazu, Fabrikhallen und Werkstätten in einen filmischen Raum zu übersetzen, die bizarren Umgebungen zu erkunden, denen sich die Arbeiter anpassen, mit denen sie geschickt interagieren, als hätte die Menschheit seit Urzeiten nichts anderes getan. Auch das ist Teil der Fiktion, die sich langsam, aber sicher einschleicht, ununterscheidbar vom Dokumentarischen – weil das Kino diese Unterscheidung eben nicht braucht. Es kann zeigen, wovor man in der Realität die Augen verschließt wie vor dem gleißenden Licht in der Schweißerei.
(Quelle: Berlinale 2014)

Weitere Informationen zu What if ... Teil II

Lief zuletzt im September 2014