Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

the wound that needs to be healed the wound that needs to be healed
  • Mi 17.08. 20:00
    die naTo

the wound that needs to be healedan exploration of the spanish-moroccan border around ceuta

BRD 2016, OmeU, Dok, 56 min, Regie: Vincent Förster

Format:MPEG 4

Sprache: Arabisch,Französisch mit englischen Untertiteln
Language: Arabic,French with english subtitles

+++English Version below+++

Grenzen sind die Verkörperungen der Widersprüche von Politik im 21. Jahrhundert: Hier prallen Staatssouveränität und internationales Recht, nationale Sicherheit und Menschenrechte, territoriale Integrität und ökonomische Enträumlichung, nationale Kultur und Identität und transnationale Migrationsströme aufeinander. Für (weiße) Europäer_innen, Nordamerikaner_innen und Australier_innen sind diese Grenzen fast unsichtbar, aber für fast alle anderen Menschen auf der Welt sind sie ziemlich real.
Die spanische Exklave Ceuta, an der nordmarokkanischen Küste gelegen und zusammen mit Melilla die einzige Landgrenze zwischen Europa und Afrika, ist ein Paradebeispiel dieser Situation. Die Grenze um Ceuta ist gekennzeichnet durch Zäune, Stacheldraht, Überwachung, irreguläre Übertritte, physische Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle. Damit ist sie physische Komponente einer stark rassifizierten, diskriminierenden Einlasspolitik, die lediglich jenen Menschen Zutritt gewährt, die dem Geschmack der europäischen Staaten entsprechen.
In und um Ceuta herum gedreht, stellt der Film diese Themen in den Vordergrund und zeigt die Multipolarität und Unklarheiten der Grenze auf. Er fragt, warum Grenzen überhaupt existieren und was sie für diejenigen bedeuten, die mit ihnen leben (müssen), indem er die gelebten Grenzerfahrungen von Migranten aus dem Kongo, Kamerun und der Elfenbeinküste, die die Grenze nach Ceuta irregulär überquerten, sowie Marokkanern, die im grenzüberschreitenden Handel tätig sind, beleuchtet. Diese Geschichten werden mit den Gedanken des Filmemachers über seine Begegnungen verwoben und fordern einen Dialog und die Notwendigkeit, sich gegenseitig mehr zuzuhören und zu verstehen, um die Menschenwürde an der Grenze und anderswo wirklich achten zu können.

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Vincent Förster.

Eine Veranstaltung des Referates für Antirassismus des Student_innenRates der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.

Borders are the epitome of the contradictions of 21st century politics. Here, state sovereignty clashes with international law; national security with human rights; territorial integrity with economic de-territorialisation; national culture and identity with transnational migration flows. Borders are almost invisible for (white) Europeans, North Americans and Australians, yet very real for most other people in the world.
The Spanish exclave Ceuta, located at Morocco’s Northern coast and alongside Melilla the only land border Europe shares with Africa, is a textbook example of this situation. Marked by fences, barbed wire, surveillance, irregular crossings, physical violence, human rights violations and deaths, the border around Ceuta is the materialisation of a highly racialised, discriminatory door policy that only allows those people in who conform to the taste of European states.
Shot on location, the film brings these contradictions to the forefront, showing the multipolarity and ambiguity of the border. It asks why borders exist and what they mean by exploring the lived border experiences of migrants from Congo, Cameroon and Ivory Coast who irregularly crossed into Ceuta and Moroccans who work in the cross-border economy. Their stories are interwoven with the filmmaker’s reflections on his encounters and call for dialogue and the need to listen and understand each other better in order to respect human dignity at the border and elsewhere.

With a Q&A with the director Vincent Förster. A project of Leipzig University Student Council in cooperation with Cinémathèque Leipzig e.V.

Lief zuletzt im August 2016