Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Papusza - Die Poetin der Roma Papusza - Die Poetin der Roma
  • Mi 15.07. 19:30
    die naTo

Papusza - Die Poetin der Roma

Das Polnische Institut Leipzig zeigt

Polen 2013, OmU, 131 min, Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze
mit Jowita Budnik, Antoni Pawlicki, Zbigniew Waleryś, Artur Steranko
Format:DCP

Mit PAPUSZA hinterließ Regie-Ikone Krzysztof Krauze (gemeinsam mit seiner Frau Joanna Kos-Krauze) der Nachwelt ein bildgewaltiges Meisterwerk, das sich nahtlos in sein Œuvre einfügt, das fast nur aus Klassikern besteht. Nachdem Krauze sich bereits in „Mein Nikifor“ eines Künstlers vom Rande der Gesellschaft angenommen hatte, rückt er mit seinem letzten Film vor seinem Tod im Dezember 2014 wieder eine höchst eigenwillige Künstlerpersönlichkeit vom Rand der Gesellschaft ins Rampenlicht – die Dichterin Bronisława Wajs, bekannt unter dem Namen „Papusza“ („Puppe“ in der Sprache der Roma).
Papusza spiegelt die wechselvolle Geschichte der polnischen Roma im 20. Jahrhundert zwischen Tradition und schleichender Modernisierung. Als Kind einer fahrenden Großfamilie lernt sie auf eigene Faust Lesen und Schreiben. In Gedichten besingt sie das Leben eines Volkes, das eigentlich keine Schriftkultur kennt. Dem Polen Jerzy Ficowski (auch er eine historische Person), der einige Jahre mit den Roma reist und ihre Sprache spricht, bleibt dies nicht verborgen – er überredet Papusza, ihre Gedichte aufzuschreiben, um sie ins Polnische zu übersetzen und zu veröffentlichen. Der Publikumserfolg wird für die Dichterin aber zum Fluch – ihre Stammesgenossen betrachten sie als Verräterin und verstoßen sie. Ihre künstlerische Stimme verstummt für lange Zeit.
Krauzes Vermächtnis ist ein von DOK Leipzig-Preisträger Wojciech Staroń in wunderschönen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiertes Epos, das poetisch verdichtet in Zeitsprüngen nicht nur das Bild einer beeindruckenden Persönlichkeit zeichnet, sondern auch das melancholische Porträt einer vergehenden Kultur ist. Die hervorragenden Schauspieler – allen voran Papusza-Darstellerin Jowita Budnik (bekannt aus Krauzes „Plac zbawiciela / Erlöserplatz“) – setzen einer Kultur, die keine Geschichtsschreibung kennt, ein Denkmal, ohne sie dabei romantisch zu verklären.

Eine Veranstaltung der Filiale Leipzig des Polnischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque Leipzig und der Universität Leipzig / Institut für Slavistik. Mit einer Einführung zu Leben und Werk von Bronisława Wajs (Papusza) von Dr. Hans-Christian Trepte (Uni Leipzig / Institut für Slavistik).

Der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen zu Papusza - Die Poetin der Roma

Lief zuletzt im Juli 2015