Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Die Alleinseglerin Die Alleinseglerin
  • Mo 14.04. 20:30
    die naTo

Die Alleinseglerin

Personalie: Monika Schindler

DDR 1987, deutsch, 90 min, Regie: Herrmann Zschoche
mit Christina Powileit, Johanna Schall, Manfred Gorr, Monika Lennartz, Fred Delmare, Barbara Dittus
Format:35 mm

Ein nachdenklicher, stiller Film, der mit leisem Witz und pointenreichen Dialogen die Selbstfindung einer jungen Frau beschreibt. Immer wieder muss Christine, eine junge Literaturwissenschaftlerin, sich gegen wohlmeinende männliche Autorität abgrenzen. Oft hilft ihr das geerbte Segelboot – das nicht mehr Regattaklasse ist – die nötige Distanz herzustellen. Abstand braucht sie zu Vaters Hand, die selbstverständlich das Ruder übernimmt, zu dem ehemaligen Geliebten und seiner Unbeherrschtheit, dem allwissenden Professor, der die entscheidenden Impulse setzen will und dem charmanten Musiker, der in der Partnerschaft vor allem seine Interessen im Blick behält. Keiner der Männer ist wirklich bösartig, aber von ihren Erwartungen und Ansprüchen fühlt sich Christine bedrängt. Zusätzlich rührt sich ihr schlechtes Gewissen, weil sie ihrem kleinen Sohn nicht so viel Aufmerksamkeit widmet, wie sie möchte. In ihrem Bemühen, sich einen Freiraum zu schaffen, in dem sie sich entfalten kann, der ihr allein gehört und ihr den Platz gibt, sich zu entwickeln, verprellt sie liebe Menschen, verbaut sich berufliche Chancen und kommt letztlich zu keinem für sie selbst beglückenden Ergebnis. Wer allein durchs Leben segelt, kann kaum vermeiden, gute Vorhaben in den Sand zu setzen.

Eine zerbrechliche Christina Powileit spielt einfühlsam und nachdenklich eine Frau auf der Suche. Leider bleibt "Die Alleinseglerin“ der einzige Auftritt der Mona Lise-Drummerin als Schauspielerin. Herrmann Zschoche inszeniert sehr zurückhaltend und mit großer Sensibilität, was ursprünglich eine Alltagsbeobachtung der Frauenemanzipation in der DDR werden sollte. Entstanden ist eine Selbstfindungsgeschichte um Mehrfachbelastung und unbefriedigende Beziehungen, wie sie heute noch tausendmal passieren. So oder anders: Das Ziel der Suche, die Grundstimmung werden immer ähnlich sein.

Wir erwarten die Schnittmeisterin Monika Schindler für ein Filmgespräch.

Lief zuletzt im April 2014