Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Shanghai Express Shanghai Express
  • 1.12.2013
    die naTo
  • 2.12.2013
    die naTo

Shanghai Express

Erfindung des Raums

USA 1932, engl. OF, 75 min, Regie: Josef von Sternberg
mit Marlene Dietrich, Clive Brook, Anna May Wong, Warner Oland
Format:16mm

Bekannt ist, daß Sternberg vor guten Drehbüchern zurück-schreckte, zumindest vor dem, was damals als gutes Drehbuch galt – ausufernde Geschichten nämlich. Zum Glück, können wir heute sagen, denn so konnte er einen Film schaffen, dem das Atmosphärische aus allen Poren dringt. SHANGHAI EXPRESS ist ein romantisches Melodram, angesiedelt im China des Jahres 1931. Es herrscht Bürgerkrieg. Zwar ist der Film eine Pre-Code-Produktion und entsprechend inhaltlich freizügig ist die Figuren-ge-staltung (besonders die der weiblichen), doch eine politische Position bezieht Sternberg nur insofern, daß er die kommunistischen Rebellen als die Schurken zeichnet. Unter der dünnen Handlungsdecke verbirgt sich jedoch mehr. Zum einen ist durchweg eine sarkastische Kritik der gesellschaftlichen Hierarchie spürbar, zum anderen sind die beiden weiblichen Hauptrollen (verkörpert durch Anna May Wong und Marlene Dietrich) im Gegensatz zu den anderen Figuren derart stark konturiert, daß der Aspekt der Selbstbestimmung den Film durchgehend begleitet.
In prägnanter Hell-Dunkel-Gestaltung (dem Chiaroscuro ähnlich, mit dem in der Malerei der Spätrenaissance Caravaggio oder Rembrandt die wundervolle Tiefe ihrer Bilder erreichten) flicht Sternberg die Figuren ins Netz des Geschehens.

Der Film läuft im englischen Original im Rahmen der Reihe ERFINDUNG DES RAUMS, am 2.12. mit einem Vortrag und Filmgespräch von Prof. Dr. Karl Sierek, Inhaber des Lehrstuhls für "Geschichte und Ästhetik der Medien" an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Lief zuletzt im Dezember 2013