Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Taxi Driver Taxi Driver
  • 8.08.2013
    die naTo
  • 10.08.2013
    die naTo

Taxi Driver

Personalie: Bernard Herrmann

USA 1976, OmU, 114 min, Regie: Martin Scorsese
mit Jodie Foster, Robert de Niro, Albert Brooks, Harvey Keitel, Cybill Shepherd
Format:MPEG4

„Der aus den Gullis der Straßen aufsteigende Dampf ist ein untrügliches Zeichen. Manhattan ist ein brüchiger Zementdeckel auf dem Tor zur Hölle und dieser Deckel ist voller Irrer. Haufenweise Nutten, Stricher, Zuhälter, Dealer, Betrüger und Freaks.“ (Vincent Canby, New York Times vom 8. Februar 1976)

Vor 37 Jahren bewegte sich der TAXI DRIVER Travis Bickle (Robert De Niro) durch die sozialen Eingeweide dieses Terrains „wie eine Ratte durch die Abwasserkanäle“ (Drehbuchautor Paul Schrader). Und vor dem zeitlichen Hintergrund von Vietnamkrieg und Watergate ist klar, dass hier keinesfalls nur der Abschaum der Großstadt gemeint ist

Für Bickle, Kriegsveteran, einsam, kaputt und zunehmend angewidert von der gesellschaftlichen Doppelmoral erscheint die blonde Betsy – eine Mitarbeiterin des Präsidentschaftskandidaten Palantine – wie ein Engel. Eine Annahme, die sich im Lichtschein eines Pornokinos als trügerisch herausstellt. Die Madonna wandelt sich symbolisch zur Hure, die Vorzeichen kehren sich um. Der existentialistische Held europäischen Zuschnitts wird von Scorsese in das Milieu des großstädtischen US-Amerika transformiert und die Welt bekommt ihren reinigenden Sturm!

Wolfram Schütte bemerkte am 3.11.1976 in der Frankfurter Rundschau: „Ein höchst merkwürdiger, … bedenklicher und faszinierender Film; synkretistisch, schillernd, ein lauerndes Reptil, chamäleonhaft seine Farbe wechselnd, ins Mystische gesteigert und synthetisches Amalgam widersprüchlichster Einflüsse, Tendenzen und metaphysischer Ansprüche: komisch, nervös, hysterisch.“

TAXI DRIVER ist einer der besten Filme von Martin Scorsese und war der letzte Auftrag von Bernard Herrmann. Der Komponist starb im Schlaf, einen Tag, nachdem er die Musikaufnahmen für TAXI DRIVER beendet hatte. Der Film wurde seinem Andenken gewidmet und bildet den Abschluss unserer Reihe Personalie: Bernard Herrmann.

Der Film wird an beiden Abenden mit einer Einführung von Sven Wörner gezeigt.

Lief zuletzt im August 2013