Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Berberian Sound Studio Berberian Sound Studio
  • 4.07.2013
    die naTo
  • 7.07.2013
    die naTo
  • 8.07.2013
    die naTo
  • 9.07.2013
    die naTo
  • 10.07.2013
    die naTo
  • 11.07.2013
    die naTo

Berberian Sound Studio

GB/BRD/Australien 2012, OmU, 100 min, Regie: Peter Strickland
mit Tonia Sotiropoulou, Fatma Mohamed, Cosimo Fusco, Antonio Mancino, Chiara D’Anna, Toby Jones
Format:DCP

Schüchtern und stoisch ist Gilderoy (Toby Jones) als er in Italien einen Job als Tontechniker in einer Filmproduktionsfirma annimmt. "Typisch" englisch empfinden das seine genauso "typischen" italienischen Kollegen, die mit seiner Korrektheit und seinem unterkühlten Wesen gar nichts anfangen können. Doch Gilderoy ist einer der Besten seines Fachs. Worauf er sich hier aber eingelassen hat, war ihm wohl nicht ganz klar, denn das Studio für das er arbeitet, produziert Giallo-Filme.

Was ein Giallo ist, dass erfährt das stille Muttersöhnchen gleich am ersten Tag: Das Subgenre ist eine Mischung aus Hitchcockschem Thriller, einem guten Schuss Mystery und als Sahnehäubchen gibt es noch ein paar Streusel Erotik und schreiende Frauen oben drauf. Seine Wurzeln hat das Subgenre in der Literatur – kleine billige Heftchen mit gelbem Einband (daher der Name, denn "giallo" ist das italienische Wort für "gelb") waren es damals, die im Italien der 50er und 60er Jahre große Beliebtheit erfuhren und in den 70er Jahren, in denen auch Berberian Sound Studio spielt, ins Kino übertragen wurden. Also quasi ein Bryan Edgar Wallace Film (Dario Argento, der Großmeister des Giallo verfilmte gleich zwei Romane des Schriftstellers und Sohnes von Edgar Wallace), nur mit opernhafter Attitüde und der unbändigen Lust, Unmengen an Blut zu zeigen.

Doch Regisseur Peter Strickland (KATALIN VARGA) arbeitet sich hier nicht an einem in Vergessenheit geratenen Genre ab, das gerade durch Filme wie AMER und MASKS wieder ins kollektive cineastische Gedächtnis zurückgeholt wird. Vielmehr nimmt er es als Ausgangspunkt, um einen unglaublich vielschichtigen, atmosphärisch dichten und mehrmals in Zeit und Raum gefalteten Film zu entwickeln, in dem die eigentliche Geschichte die wenigsten Anhaltspunkte gibt. Seine audio-visuelle Ebene aber tritt tief ins Unterbewusstsein ein und ruft dort nicht nur Schaudern, sondern auch ein ganz eigenartiges Gefühl von emotionalem Verständnis des Werkes hervor. BERBERIAN SOUND STUDIO ist eher eine sinnliche als eine rationale Erfahrung, man kann diesen Film kaum verstehen, sondern muss ihn vielmehr empfinden und spüren, irgendwo tief drinnen in den Eingeweiden. (Beatrice Behn)

Die Cinémathèque zeigt den Film digital im auf Englisch und Italienisch mit deutschen Untertiteln in der naTo.

Lief zuletzt im Juli 2013