Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 heute morgen 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Carlos - Der Schakal Carlos - Der Schakal
  • 6.07.2013
    die naTo

Carlos - Der SchakalCarlos

Das singuläre Filmereignis

Frankreich/BRD 2010, OmU, 331 min, Regie: Olivier Assayas
mit Édgar Ramírez, Alexander Scheer, Katharina Schüttler, Christoph Bach, Nora von Waldstätten, Fadi Abi Samra, Julia Hummer
Format:MPEG4

DIE WILDE ZEIT, der neue Film von Assayas, wird aktuell in nahezu allen Feuilletons der Republik an seinem Meisterwerk CARLOS gemessen. Grund für uns dieses Epos im Director's Cut zu zeigen. Die Filmbiographie, die dem mythischen Terroristen Carlos ein Gesicht verleiht, ist elektrisierend, von der ersten bis zur letzten Minute. Und das will etwas heißen: Das Ausnahmeprojekt von Olivier Assayas ist fünfeinhalb Stunden lang.

Wie man es dreht und wendet, CARLOS - DER SCHAKAL ist ein singuläres Filmereignis: 332 Minuten lang, 120 Sprechrollen, 92 Drehtage in zehn Ländern, mehr als 20 Jahre werden abgedeckt, alle Figuren sprechen in ihren Muttersprachen, realisiert als Dreiteiler fürs Fernsehen, aber doch ästhetisch, inhaltlich und formal ein Kinoevent durch und durch, das Konventionen sprengt wie die schillernde Hauptfigur Ländergrenzen überschreitet: selbstverständlich, selbstbewusst, selbstbestimmt.

In deutscher Koproduktion mit Egoli Tossell entstanden, greift diese Filmbiographie, die von Regisseur Assayas zuvor bereits in DEMONLOVER (Wettbewerb Cannes 2002) und - weniger erfolgreich - in BORDING GATE Idee eines kosmopolitischen Thrillers, der keine Grenzen kennt und die Welt in ihrer ganzen Vielfalt als faszinierende Einheit begreift, auf und füllt sie mit einem selten gesehenen Realismus: Obwohl mit einem Maximum an filmischem Ideenreichtum und Verständnis für die Möglichkeiten des Kinos realisiert, fühlt sich CARLOS immer echt an: Man nimmt hautnah an den Ereignissen teil. Assayas hält sich nicht mit umständlichen Erklärungen auf, sondern lässt den Zuschauer die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe begreifen, während er atemlos durch die zahllosen Drehorte rast - ein Unterricht über die Geschichte des internationalen Terrorismus, der aufregender nicht sein könnte. So nutzt Assayas das historische Zeitpanorama mehrfach, um einen kritischen Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage zu subtextualisieren. Trotz der langen Laufzeit halten die inhaltsreiche Story und eine nuancierte Rhythmisierung Spannung und Dynamik permanent aufrecht und sind gleichermaßen die Spielfläche beispielhaft konturierter Figuren - allen voran der charismatische Édgar Ramírez als Carlos. Der wahrscheinlich beste Film über Terrorismus der letzten Jahre.

Angesichts der Länge des Films bieten wir eine Pause & in dieser ein Publikumsgespräch mit der Schauspielerin Julia Hummer und dem Schauspieler Christoph Bach an. Moderation: Claudia Cornelius.


Weitere Informationen zu Carlos - Der Schakal

Lief zuletzt im Juli 2013