Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Cape Fear Cape Fear
  • Fr 22.02. 12:30
    die naTo
  • 7.06.2013
    die naTo
  • 9.06.2013
    die naTo

Cape Fear

Personalie: Bernard Herrmann

USA 1962, OmU, 105 min, Regie: J. Lee Thompson
mit Gregory Peck, Robert Mitchum, Polly Bergen, Lori Martin, Martin Balsam

CAPE FEAR ist ein Akt der Gewalt. Er ist - in Form einer beunruhigenden Hymne an die Verdorbenheit - ein Frontalangriff auf die Selbstherrlich- und -gerechtigkeit der weißen US-Mittelschicht. Benannt nach einer Landzunge im sogenannten Graveyard of the Atlantic an der Küste North Carolinas, sind die dortigen Sandschichten, der Schlick, die Untiefen symbolischer Ausdruck der Selbstdemontage des Anwalts Sam Bowden vor seinen Prinzipien und seinem Gegenspieler (Robert Mitchum als Gewaltverbrecher Max Cady).

J. Lee Thompsons erster (und einziger) Ausflug in Richtung film noir konfrontiert sein (männliches) Publikum mit dem (genussvollen) Zwiespalt, den Mitchum mit seiner Darstellung des faszinierend unsympathischen Cady auslöst. Dass der Film in England und den USA zensurbedingt um einige Minuten kürzer erschien, bestärkt die Wahrnehmung, damit ins Schwarze getroffen zu haben. Dies vor allem mit dem unausweichlichen Hinweis darauf, dass alle regulatorischen, juristischen Versuche diese Welt zu kontrollieren zum Scheitern verurteilt sind, weil sie die Triebfedern menschlichen Handelns von ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen abkoppeln. Cady, der Vergewaltiger, der sich an seinem Anwalt rächen will und Bowden, der sich - um sich dagegen zur Wehr zu setzen - auf das gleiche Niveau reduziert findet, stellen die beiden Seiten des den Menschen verkörpernden Spiegels dar. In seinem Remake von 1991 hat Martin Scorsese diese Ambivalenz noch viel stärker betont, erreicht jedoch nicht die atmosphärische Dichte des Originals, wenngleich Scorseses Film ebenfalls mit Bernard Herrmanns Musik - in der respektvollen Bearbeitung durch Elmer Bernstein - aufwarten kann. (Sven Wörner)

„CAPE FEAR“ hat summa summarum Hitchcock-Qualität. Und dazu bei trugen sicherlich auch Bernard Hermann (Musik) und George Tomasini (Montage), die beide oft für Hitchcock gearbeitet hatten.

Im Rahmen von 'Personalie: Bernard Herrmann' zeigt die Cinémathèque den Film digital im Original mit deutschen Untertiteln in der naTo. Am 7.6. mit einer Einführung.

Lief zuletzt im Juni 2013