Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 heute morgen 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Familienaufstellung Familienaufstellung
  • 9.06.2013
    die naTo

Familienaufstellung

Hausgemeinschaft (family affairs)

International , teilweise OmU, Kurzfilme, 80 min

Eine Familienaufstellung ist ein Verfahren zum Erkennen gewisser Muster innerhalb familiärer Systeme. Auch dieses Kurzfilmprogramm begibt sich – wenngleich mit anderen Mitteln - auf die Suche nach solchen Mustern, die ob wir wollen oder nicht unser Leben bestimmen.

Corinna Schnitt betrachtet die peinlich genauen Reglementierungen einer typisch westdeutschen Mittelstandsfamilie auf ihre unnachahmlich trockene Art, während Robyn Curtis sich angesichts der kleinteiligen Hinterlassenschaften ihrer ukrainischen Großmutter wehmütige Gedanken über den immateriellen Teils dieses Nachlass‘ macht. Das Künstler-Duo Boisseau/Westermeyer erkundet auf spielerische Weise den Einfluss der Herkunft auf die eigene Biografie und fragt sich: wäre mein Leben eigentlich anders verlaufen, wenn ich aus einer anderen Familie stammen würden? Tatsächlich gilt Deutschland als Paradebeispiel für „gläserne Decken“, an die Kinder aus sogenannten „bildungsfernen“ Familien immer wieder stoßen. Wie viel diese traurige Tatsache auch mit den (eigenen) Vorurteilen zu tun hat, zeigt sich anhand von Bernadette Knollers präziser Milieustudie „Mein Mallorca“. Hanna Doose wirft einen sehr genauen Blick auf zwei Freundinnen, denen es als Mütter nicht mehr zu gelingen scheint, zu einer gemeinsamen Sprache zurück zu finden. Bettina Schöller beweist dagegen eindrücklich, dass Familienbande stärker sind als jedes Sprachproblem. Wenn sie mit Mutter und Oma urlaubt, wird mehr aneinander vorbei als miteinander gesprochen. Spaß hat man trotzdem! Susanne Schulz gelingt in „Zusammengebacken“ schließlich ein kleines Wunder: sie bringt ihre Großeltern Elly und Kurth dazu, zusammen einen Kuchen zu backen – eine Premiere in ihrer 61-jährigen Ehe, die vielleicht nur deshalb so lange gehalten hat, weil sie das gemeinsame Backen vorher nicht probiert haben.

„Zwischen vier und sechs“ Regie: Corinna Schnitt, BRD 1997, 6 min.
„Bei uns zu Hause gab es einen ganz genauen Tagesplan.“ Der autobiografische Monolog einer jungen Frau, die im sachlichen Tonfall von lieb gewonnenen Gewohnheiten ihres Familienlebens berichtet. Realsatire auf die stereotypen Rituale der typischen deutschen Kernfamilie.
„Nachlass” Regie: Robin Curtis, BRD 1992, 9 min.
Robin Curtis erzählt von ihrer Großmutter, die 1898 aus der Ukraine nach Kanada auswanderte. Sie hinterließ sie ein Haus voller skurriler Dinge. Berge von Geldbörsen, immense Gurkenvorräte und die Erfahrungen einer Migrationsgeschichte bilden den „Nachlass“, den sie an ihre Enkelin weitergibt.
„Meine Familie und ich“ Regie: Sylvie Boisseau, Frankreich Westermeyer, BRD 1997, 16 min.
Ein Film wie eine Versuchsanordnung: Was hat meine Familie damit zu tun, wer ich bin? Das Künstlerpaar Boisseau/Westermeyer erkundet auf spielerische Weise die Bedeutung der Biographie für die eigene Identität.
„Mein Mallorca“ Regie: Bernadette Knoller, BRD 2009, 15 min.
Mallorca ist keine Insel. Mallorca ist eine Lebenseinstellung!
„Heinrich bringt die Kinder um halb drei“ Regie: Hanna Doose, BRD 2010, 17 min.
Zwei Freundinnen haben einander schon lange Zeit nicht mehr gesehen. Jetzt treffen sie sich, um gemeinsam das Babyzimmer zu streichen. Dieser Tag offenbart die Zerbrechlichkeit ihrer Freundschaft.
„Mit Mutti ins Paradies“ Regie: Bettina Schöller, BRD1996, 4 min.
Drei Frauen – Tochter, Mutter und Oma – machen gemeinsam im Urlaub im Süden. Die paradiesischen Zustände können nicht davon ablenken, dass die drei Damen einander ganz ungewollt immer wieder vor existentielle Fragen stellen … Family Affairs eben.
„Zusammengebacken“ Regie: Susanne Schulz, BRD 2003, 11 min.
Der Film ist eine Momentaufnahme aus der 61jährigen Ehe von Elly und Kurt Barthel – den Großeltern der Regisseurin. Sie backen zusammen einen Kuchen. Nach dem 'Kampf' in der Küche wird gefeiert. Ein Film für alle, die es so lange miteinander ausgehalten, und alle, die sich lieber wohlweislich getrennt haben.

Das Filmprogramm ist eine Kooperation zwischen der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und der Cinémathèque Leipzig.

Mit einer Einführung durch die Kuratorin Luc-Carolin Ziemann und einem Filmgespräch mit der Regisseurin Susanne Schulz.

Lief zuletzt im Juni 2013