Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Stoker Stoker
  • Fr 19.07. 22:30
    die naTo
  • Sa 20.07. 22:30
    die naTo
  • Mo 22.07. 22:30
    die naTo
  • Di 23.07. 22:30
    die naTo
  • Mi 24.07. 22:30
    die naTo

Stoker

USA 2012, OF, 99 min, Regie: PARK Chan-wook
mit Nicole Kidman, Mia Wasikowska, Matthew Goode, Harmony Korine
Format:35mm

Wenn ein Film mit einer Beerdigung beginnt, kann es eigentlich nur noch besser werden. Möchte man jedenfalls annehmen. In diesem Fall ist es aber nicht so: In STOKER beginnt das Unheil erst so richtig, nachdem Richard Stoker zu Grabe getragen wurde. Offiziell wurde der Architekt Opfer eines Verkehrsunfalls, mitten in der Blüte seiner Jahre aus dem Leben gerissen. Trost suchen nun seine Ehefrau Evelyn (Nicole Kidman), die sich dem Gatten gegenüber in der letzten Zeit recht kühl verhalten hatte, und seine Tochter India, die ihrem Vater umso näher stand. Man muss kein Psychologe sein, um sich auszurechnen, dass Mutter und Tochter nicht gut miteinander auskommen, ja vielleicht sogar Konkurrentinnen sind. Die Spannungen zwischen Evelyn und India (Mia Wasikowska) verstärken sich jedenfalls, als sich nach der Beerdigung Onkel Charlie, der ihnen bislang unbekannte Bruder Richards, im Haus des Verblichenen einnistet. Offiziell war er jahrzehntelang in der Welt herumgereist.

STOKER ist ein tolles Genre-Hybrid. Zunächst scheint der Film wie ein Märchen strukturiert: Es gibt ein quasi verwunschenes Haus mit einer Prinzessin darin, eine scheinbar böse Alte und einen mysteriösen Fremden, und am Schluss gibt es sogar ein Happy End, allerdings eins der morbidesten Sorte. Der Film variiert indes nicht nur die Brüder Grimm, sondern natürlich auch den Lolita-Mythos – und er ist vor allem eine Hommage an Hitchcocks Thriller darin, wie hier Spannung aufgebaut wird durch die Kameraperspektive auf die Agierenden. India in deren Zentrum wird stark beargwöhnt von der Mutter und aggressiv umworben vom Onkel, der Indias Schulbus im Cabrio verfolgt und die Außenseiterin damit noch einmal erhöht und isoliert. (Anke Westphal)

Die Cinémathèque zeigt den Film im englischen Original in einer 35-mm-Kinokopie.

Lief zuletzt im Juli 2013