Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Yossi Yossi
  • 15.02.2013
    die naTo
  • Mo 25.02. 22:00
    die naTo
  • Di 26.02. 22:00
    die naTo

YossiHa-Sippur Shel Yossi

Leipzig-Premiere

Israel 2012, OmU, 85 min, Regie: Eytan Fox
mit Ohad Knoller, Oz Zehavi, Lior Ashkenazi, Orly Silbersatz Banai, Keren Ann

Das Coming-out ist geplant; nach dem Militärdienst wollen Zugführer Yossi und Korporal Jagger ihre Liebe nicht mehr verheimlichen. So weit kommt es nicht; Jagger wird bei einem Anschlag getötet. Davon erzählt Eytan Fox' Film YOSSI & JAGGER aus dem Jahr 2002. Nun hat der israelische Regisseur die Geschichte in YOSSI weitergesponnen. Dr. Yossi Hoffmann (Ohad Knoller) ist Kardiologe – aber seine Gefühle sind eingefroren. Er rettet sich in die Arbeit, verbringt die Abende vor dem Fernseher und lässt seine Freunde nicht an sich heran. Dann aber, nach all den Jahren, setzt ein Prozess ein: Ohne von Yossi zu wissen, lässt sich Jaggers Mutter im Spital untersuchen. Die Erinnerungen kommen wieder hoch, und erstmals verspürt Yossi das Bedürfnis, von seiner Liebe zu Jagger zu erzählen. Später zeigt ihm die Begegnung mit dem jungen Soldaten Tom (Oz Zehavi), dass sich im israelischen Militär einiges getan hat: Anders als Yossi steht Tom offen zu seiner Homosexualität, was auf Yossi auch befreiend wirkt. Nach und nach wagt er sich zu öffnen, Gefühle preiszugeben und zaghaft an eine Zukunft zu denken. Immer wieder wird der schwermütige Ton durchbrochen von der Unbeschwertheit von Tom und seinen Kollegen. Der Film wird aber ganz getragen von Ohad Knoller, der sensibel und nuanciert Yossis Entwicklung wiedergibt. (Andrea Lüthi)

Auch ohne YOSSI & JAGGER gesehen oder Thomas Manns Tod in Venedig gelesen zu haben, ist YOSSI als bemerkenswerter Film über Liebe, Selbstzweifel, Trauern, Loslassen und Neuanfangen verständlich. Einprägsam sind v.a. die Szenen auf einem Konzert. Sie zeigen wie man sich in Yossi verlieben kann. Als dieser sich unbeobachtet glaubt und inmitten von Urlaubern hinter billigen Cocktails Keren Ann zuhört, die alte israelische Popsongs singt (die Jagger so liebte, damals). Und Tom beobachtet ihn von hinten. Da versteht man: Er verliebt sich, weil er Yossi beim Zuhören beobachtet. Dass Yossi weint, sehen nur wir.

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque zeigt den Film digital auf Hebräisch mit deutschen Untertiteln in der naTo.

Lief zuletzt im Februar 2013