Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 heute morgen 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Un 32 août sur terre Un 32 août sur terre
  • 3.12.2012
    die naTo

Un 32 août sur terreDer 32. August auf Erden

Cinéma québécois: Retrospektive Denis Villeneuve

Kanada 1998, OmU, 88 min, Regie: Denis Villeneuve
mit Pascale Bussières, Alexis Martin, Evelyne Rompré, Marc Jeanty

Eine junge Frau schläft am Steuer ihres Autos ein und wacht in dessen Trümmern inmitten einer Wiese auf. Im Krankenhaus sagt man ihr, dass die physischen Verletzungen nur leicht sind, sie aber noch eine gewisse psychische Unstabilität eine Zeitlang haben wird. Simone (Pascale Bussières) bewegt sich wie somnambul zu einem Motel. Nachdem sie dem Tod so nahe war, entschließt sie sich, ihr Leben grundlegend zu verändern. Pascale Bussières beherrscht den minimalistischen Darstellungsstil des Scheinbar-nur-Anwesendseins in Gestik und Mimik genau, den wachen Blick nach außen und innen gerichtet, als wolle sie in sich hineinhören.

Der Regisseur Denis Villeneuve schafft eine irgendwie ganz witzige Stimmung von Irritation. Sie beginnt mit dem phantastischen Datum 32. August, und im Laufe des Films folgen der 33., 34., 35. - man ist sich nie sicher, ob die Geschichte real gemeint ist oder vielleicht nur als mögliche Projektion von Träumen und Gedanken verstanden werden soll. Diese leichte Unsicherheit erhöht erstaunlicherweise das Interesse an der, wenn auch für einen abendfüllenden Spielfilm etwas kleinen, widerborstigen Liebesgeschichte. Als Zuschauer_in wird man neugierig, wie es weitergeht.

Simone gibt als erstes ihren Job als Model und Schauspielerin auf und ebenso eine Reise nach Italien. In Montreal trifft sie sich mit ihrem besten Freund Philippe (Alexis Martin) und bittet ihn um einen nicht gerade alltäglichen Gefallen: Sie will unbedingt ein Kind von ihm haben. Philippe, der eine feste Freundin hat, stellt, als er die Unbeirrtheit von Simones Entschluss spürt, eine Bedingung; das Kind müsse in der Wüste gezeugt werden. Er hofft, sie auf diese Weise von der Idee abbringen zu können, doch Simone stimmt begeistert zu, und sie reisen nach Utha in die Salzwüste bei Salt Lake City. Villeneuves Kameramann Andre Turpin findet faszinierende Bilder von der weißen Weite und der Einsamkeit zweier wie verloren wirkender Menschen darin. Beide stellen fest, dass diese salzige Landschaft absolut ungeeignet für einen Akt der Liebe ist.

Die Cinémathèque zeigt den Film mit Filmeinführung auf Québécois (Frankokanadisch) mit deutschen Untertiteln. Es wird eine 35-mm-Kinokopie projiziert.

Lief zuletzt im Dezember 2012