Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Jenseits der Hügel Jenseits der Hügel
  • 8.03.2014
    die naTo
  • 9.03.2014
    die naTo
  • 10.03.2014
    die naTo

Jenseits der HügelDupa dealuri

Zum Internationalen Frauentag

Frankreich/Rumänien/Belgien 2012, OmU, 150 min, Regie: Cristian Mungiu
mit Cosmina Stratan, Cristina Flutur, Valeriu Andriuta, Dana Tapalaga, Luminita Gheorghiu
Format:DCP

464 Sünden gibt es und Alina hat vermutlich einige davon begangen. Das fürchten jedenfalls die Nonnen und der Priester des orthodoxen Klosters, in dem die junge Frau untergekommen ist. Deshalb lesen sie ihr nun die seitenlange Liste aus dem Katechismus vor, damit Alina beim Beichten keine Verfehlung vergisst. Die Absolution werde ihr guttun, hoffen alle, denn das Verhalten der aufgewühlten Frau bringt ihren geregelten Klosteralltag schon jetzt gewaltig durcheinander. Immer wieder schlägt Alina anfallartig um sich, kratzt, beißt, flucht. Die Hoffnung auf Besserung erfüllt sich jedoch nicht.

2005 erregte in Rumänien der Fall einer 24-Jährigen großes Aufsehen, die nur wenige Wochen, nachdem sie in ein Kloster eingetreten war, dort an den Folgen eines Exorzismus starb. Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu hat den Fall zur Grundlage seines Films BEYOND THE HILLS genommen. Mungiu begeisterte mit der Art und Weise, wie er das Drama inszenierte: mit langen, bis zu mehreren Minuten dauernden Einstellungen und sehr reduzierten Kamerabewegungen, fast nur mit natürlicher Beleuchtung und ganz ohne Musik. Ein Meisterwerk, das die unerträgliche Trostlosigkeit und das Misstrauen jener Zeit deutlich machte. BEYOND THE HILLS erzählt von der Freundschaft zwischen zwei Frauen. Alinas einzige Vertraute ist Voichita, eine der Nonnen in dem Kloster. Die beiden kennen sich seit ihrer gemeinsamen Kindheit im Waisenhaus. Dort hatten sich die Mädchen einst ewige Liebe geschworen. Doch zunächst ist Alina zum Arbeiten nach Deutschland gegangen, und Voichita hat sich für die Enge und Kargheit des Klosters entschieden. Nun ist Alina zurückgekommen, um endlich mit Voichita gemeinsam fortzugehen. Aber Voichita liebt inzwischen Gott. Mungiu erzählt die Ereignisse ganz aus der Perspektive Voichitas. In jeder Einstellung ist sie zu sehen mit ihren extrem hellen Augen in dem engelhaften Gesicht. Er selbst nimmt sich als Regisseur so weit es geht zurück. Er vermeidet Schnitte und Kameraschwenks. Wieder ist das Licht von großer Natürlichkeit, in diesem Fall ziemlich grau, und bis auf ein Wiegenlied am Ende gibt es keine Musik. Das Ergebnis ist ein sehr langsamer und mit zweieinhalb Stunden auch langer Film, der außerordentlich nachhallt. (Wenke Hussmann)

Am 9.3. mit einer Einführung von Claudia Cornelius.


Weitere Informationen zu Jenseits der Hügel

Lief zuletzt im Mrz 2014