Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 heute morgen 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Marija & Beli, beli svet Marija & Beli, beli svet
  • So 23.09. 19:30
    die naTo
  • Mo 24.09. 22:00
    die naTo

Marija & Beli, beli svetWhite White World

Bioskop Balkanale (West)

BRD/Schweden/Serbien 2010, OmU, 120 min, Regie: Oleg Novković
mit Uliks Fehmiu, Hana Selimović, Nebojša Glogovac, Marko Janketić, Jasna Đuricic

Als Vorfilm zu BELI, BELI SVET zeigen wir in Kooperation mit OSTPOL e.V. den Kurzfilm MARIJA (Nebojša Nenadić, Serbien/BRD 2011) im serbischen Original mit deutschen Untertiteln.

Manuel Stallbaumer, der Drehbuchautor des Filmes und Vera Schmidt, die Projektmanagerin von Ansichtssache stehen am 23.9. für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.

Ruzica (Jasna Đuricic) wird nach Jahren der Haft entlassen und kehrt in ihre Heimatstadt, in das mittelserbische Bor zurück. Die Stadt war einst durch Industrialisierung geprägt und ist nun durch die Zerstörung der Fabriken, die Privatisierung und den Ausverkauf des ehemaligen Volkseigentums gezeichnet. Das Leben der Menschen ist daher gegenwärtig von Alkoholismus und Arbeitslosigkeit oder der Beschäftigung in den hiesigen Kupferminen bestimmt. Sozialer Mittelpunkt ist die Kneipe des ehemaligen Boxers King (Uliks Fehmiu). King und Ruzica waren vor vielen Jahren ein Paar. King war auch der Grund, warum Ruzica als Mörderin ihres Ehemanns eingesperrt worden ist. Ruzicas Tochter Rosa (Hana Selimović) ist in der Zwischenzeit eine junge Frau geworden, die in den Tag hinein lebt und mehr oder weniger aus Langeweile eine leidenschaftliche Beziehung mit King beginnt.

Filmisch ist der Aufbau von BELI, BELI SVET sehr interessant, weil er sowohl in der Figurenkonstellation und der Thematik an das antik-griechische Drama König Ödipus erinnert. Im Verlauf des Films erhalten alle Hauptfiguren die Möglichkeit ein Lied zu singen und die einzelnen Handlungsstränge werden durch die Auftritte eines Chores verbunden. Durch Milena Markovićs Entscheidung die Handlung von BELI, BELI SVET wie eine griechische Tragödie zu gestalten und dank Miladin Čolakovićs nahezu dokumentarischer Qualität der Aufnahmen von Bor gelingt Oleg Novković ein Film, der die Grenzen des Realismus sprengt und so ein einprägsames Filmerlebnis schafft.

Jasna Đuricic gewann für ihre besonders intensive Darstellung der Ruzica 2010 den Silbernen Leoparden auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno; auf dem portugiesischen Filmfestival in Troía wurde Oleg Novković 2011 als bester Regisseur ausgezeichnet. (Claudia Cornelius)

Die Cinémathèque zeigt den Film im serbischen Original mit deutschen Untertiteln in der naTo. Es handelt sich um eine digitale Projektion.

Weitere Informationen zu Marija & Beli, beli svet

Lief zuletzt im September 2012