Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The Circus - Der Zirkus The Circus - Der Zirkus
  • 2.08.2012
    die naTo
  • 3.08.2012
    die naTo
  • 4.08.2012
    die naTo

The Circus - Der Zirkus

Chaplin's Corner

USA 1928, OF (stumm), 80 min, Regie: Charles Chaplin
mit Henry Bergman, Charles Chaplin, Merna Kennedy, Al Ernest Garcia

Der Tramp (Charles Chaplin) wird von der Polizei fälschlicherweise des Diebstahls beschuldigt. Auf der Flucht gerät er in einen Zirkus, wo er die gelangweilten Zuschauer unfreiwillig zum Lachen bringt. Der Zirkusdirektor (Al Ernest Garcia) bemerkt das komische Potential des kleinen Mannes und engagiert den Habenichts als große Nummer. Der neue Zirkusclown ist jedoch nur dann lustig, wenn er es nicht beabsichtigt. Und so engagiert er den Tramp als Requisiteur. Er hat die Hoffnung, dass seine unfreiwilligen Missgeschicke die Zuschauer belustigen. Der Plan geht auf, der Tramp wird eine der Hauptattraktionen des Zirkus'. Doch Erfolg im Beruf bedeutet nicht Erfolg in der Liebe. Der Tramp verliebt sich in die schöne Stieftochter des Zirkusdirektors (Merna Kennedy), doch diese hat nur Augen für den attraktiven Seiltänzer Rex (Harry Crocker).

Bei DER ZIRKUS befindet sich Charles Chaplin auf dem Höhepunkt seines Könnens, auch wenn der Komiker selbst mit seinem Werk unzufrieden war. In seiner Autobiographie Die Geschichte meines Lebens überging er diesen Film nahezu. Für viele Chaplin-Enthusiasten ist diese Einstellung Chaplins zu seinem vierten Langspielfilm unverständlich. DER ZIRKUS hat einige Szenen zu bieten, die zum Komischsten gehören, was Chaplin jemals ersonnen hat. Die Einführungssequenz ist ein Meisterstück des Slapsticks. Zudem ist DER ZIRKUS filmischer Ausdruck von Chaplins theoretischer Überlegungen zum Humor. Wenn der Tramp unbewusst zu einer komischen Figur wird, andererseits witzlos bleibt, solange er krampfhaft bemüht ist, komisch zu wirken, dann ist das ein Sinnbild für Chaplins eigene Komik. In DER ZIRKUS finden diese Überlegungen in den hinreißenden Szenen ihren Ausdruck, als Chaplin die traditionelle Komik der Clowns dem Slapstick seines Tramps gegenüberstellt. Der Tramp ist den Clowns insofern überlegen, als er nicht komisch sein will. Die Clowns hingegen scheitern in ihrem vergeblichen Versuch, ihre perfekt einstudierten komischen Nummern an den Mann zu bringen. Verfehlt wäre es, darin eine Abneigung Chaplins gegenüber der Zirkus-Clownerie auszumachen. Im Gegenteil, Chaplins Stil ist ganz tief in der Tradition der Commedia dell’arte verwurzelt. (Willy Flemmer)

Die Cinémathèque zeigt den Stummfilm in einer Kinokopie mit englischen Zwischentiteln in der naTo.

Lief zuletzt im August 2012