Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Das Leben gehört uns Das Leben gehört uns
  • 11.06.2013
    die naTo
  • 12.06.2013
    die naTo

Das Leben gehört unsLa guerre est déclarée

Hausgemeinschaft (family affairs)

Frankreich 2011, OmU, 100 min, Regie: Valérie Donzelli
mit Valérie Donzelli, César Desseix, Gabriel Elkaim, Anne le Ny, Elina Löwensohn, Jérémie Elkaïm

Was passiert mit einer Familie, mit einem Paar, wenn das einzige Kind an Krebs erkrankt? Für die Regisseurin Valérie Donzelli und den Schauspieler Jérémie Elkaïm ist das keine hypothetische Frage. Sie haben genau das erlebt, als bei ihrem einjährigen Sohn Adam ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert wurde. Die Überlebenschance bei dieser Art von Krebs liegt bei 10%. Auf den Schock der Diagnose folgen Monate, aus denen Jahre wurden, die mehr oder weniger ausschließlich dem Kampf gegen den Krebs gewidmet sind und in denen sie ihr eigenes Leben und ihre Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren.

„Warum passiert uns das?“ fragt der verzweifelte Vater in einer Szene. „Weil wir in der Lage sind, das durchzustehen“ antwortet ihm seine Freundin und man spürt, dass sie damit nicht nur ihn beruhigen will. Beide geben ihre Arbeit auf, verkaufen ihre Wohnung und ziehen in eine Elternwohnung des Krankenhauses. Täglich besuchen sie ihren Sohn und versuchen gleichzeitig, ihre eigene Beziehung aufrechtzuerhalten. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Als sie endlich nach 8 Jahren die Nachricht erhalten, dass Adam geheilt ist, sind sie kein Paar mehr. Die Belastungsprobe war zu groß, das Beziehungsgewebe ist gerissen. Die Tatsache allerdings, dass es diesen wunderbaren bunten, leichtfüßigen und musiktrunkenen Film gibt, zeugt von der Haltbarkeit einer anderen Art von Verknüpfung, die diese drei Menschen zusammen hält. Das Schlussbild zeigt die drei gemeinsam am Meer, die Gesichter im Wind, einander zugewandt – eine glückliche Familie.

Der Film ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Donzelli und Elkaïm, die ihre eigene Geschichte autobiographisch in Szene setzen und sich noch dazu selbst verkörpern. Trotzdem oder gerade deshalb fehlt dem Film alles Rührselige. Obwohl Authentizität ein wichtiges Kriterium war, scheint es noch wichtiger gewesen zu sein, der wunderbaren Absurdität des Lebens mit kleinen, kreativen Schlenkern eine Referenz zu erweisen. Und warum sollte man sich wundern, wenn die beiden mitten in einer Unterhaltung plötzlich anfangen zu singen oder nach zweimaligem Klatschen ein komplett geschmückter Weihnachtsbaum im Zimmer steht? Es passieren doch Tag für Tag weitaus absurdere Dinge auf der Welt… (Luc-Carolin Ziemann)

Das Filmprogramm ist eine Kooperation zwischen der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und der Cinémathèque Leipzig. Es wird eine 35-mm-Kinokopie vorgeführt. Einführung: Luc-Carolin Ziemann.

Lief zuletzt im Juni 2013