Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Sergej in der Urne Sergej in der Urne
  • So 27.05. 20:00
    die naTo
  • Mo 28.05. 21:15
    die naTo
  • Mi 30.05. 21:15
    die naTo

Sergej in der Urne

Leipzig-Premiere

BRD 2009, OmU, Dok, 110 min, Regie: Boris Hars-Tschachotin

Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883-1973), einst bedeutender russischer Naturwissenschaftler und Freund von Albert Einstein, war ein politischer Aktivist, Antifaschist und Frauenheld. Ein Mann, hin und her gerissen zwischen Ost und West und fünf Frauen, denen er acht Söhne hinterließ. Den Sprössling eines Zaren-Botschafters hatte es im Kampf gegen die großen Diktaturen dieser Welt quer durch Europa getrieben. So waren ihm immer wieder Husarenstreiche von historischer Dimension gelungen: Von Deutschland aus schmuggelte er Salpetersäure und Glycerin zum Bombenbau gegen das zaristische Regime nach Russland. Später in Deutschland sollte er mit den von Pavlov entlehnten Mitteln der Massensuggestion gegen die NSDAP vorgehen. Und es glückte ihm auch, vor der Gestapo nach Dänemark zu fliehen und Albert Einstein nach London zu folgen. Nach Stalins Tod kehrte Tschachotin in die damalige UdSSR zurück, erhielt als Erfinder des sogenannten Strahlenskalpells ein eigenes Forschungsinstitut, an dem er bis zu seinem Tod 1973 arbeitete. Sein letzter Wille, in Korsika bestattet zu werden, erfüllte sich bis heute nicht. Tschachotins Urne steht noch im Pariser Wohnzimmerschrank seines Sohns Eugen. Erst der Urenkel wird den letzten Wunsch des Urgroßvaters vorantreiben.

Den mäandernden Lebenswegen von vier Generationen folgte der Filmemacher Boris Hars-Tschachotin am Schicksal seines Urgroßvaters Sergej Stepanowitsch Tschachotin. Erstmals werden Fotos und Schriften des berühmten Ahnen zusammengetragen, darunter auch bislang unveröffentlichtes Filmmaterial. Boris Hars-Tschachotin studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften. Er debütierte 2001 mit seinem Kurzfilm "Lurch", der beim Hollywood Film Festival als bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde. SERGEJ IN DER URNE ist sein erster langer Dokumentarfilm und wurde Gewinner des BLM-Filmpreises 2010 in München.

Die Cinémathèque zeigt den Film in der Originalversion mit deutschen Untertiteln in der naTo. Es handelt sich um eine digitale Projektion.

Weitere Informationen zu Sergej in der Urne

Lief zuletzt im Mai 2012