Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The Girl with the Dragon Tattoo The Girl with the Dragon Tattoo
  • 5.04.2012
    die naTo
  • 6.04.2012
    die naTo
  • 8.04.2012
    die naTo
  • 9.04.2012
    die naTo

The Girl with the Dragon TattooVerblendung

USA 2011, OmU, 158 min, Regie: David Fincher
mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgard, Robin Wright

Von Stieg Larssons Millenium-Trilogie existiert bereits eine schwedische TV-Verfilmung in drei Teilen. Als bekannt wurde, dass David Fincher den Stoff neu bearbeiten wolle, fragten sich viele, ob eine erneute Verfilmung nötig und sinnvoll sei und v.a. wer denn der Lisbeth Salander-Darstellerin Noomi Rapace das Wasser reichen könnte. Die Antworten sind Ja! und Ronney Mara.

Die neue Version von 'Verblendung' punktet vor allem durch ihre Werktreue. Nach wie vor spielt die Handlung um Frauenmorde, Altnazis und Sozialfürsorgevergewaltiger in Schweden und im gleichen zeitlichen Hin und Her zwischen 20. Jahrhundert und neuem Jahrtausend. Daniel Craig ist es zu verdanken, dass sich die Geschichte noch einmal wie neu anlässt. Sein Blomkvist erscheint wie eine frisch hinzugekommene Figur und hat mit der von Michael Nyqvist im schwedischen Original nur wenig Ähnlichkeit. Seine Persönlichkeitszüge, die sich im Buch oft wie Selbsterfüllungsfantasien eines Nerds lasen, sind größtenteils weggelassen: Blomkvist ist zwar ein attraktiver Mann, aber das muss nicht von allen auftretenden Frauen qua sexuelle Handlung bewiesen werden. Auch Rooney Mara in der Rolle der Lisbeth Salander als THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO lässt ihre Vorläuferin verblassen, was im Fall von Noomi Rapace allerdings ein viel schwierigeres Unterfangen ist. Mit gebleichten Augenbrauen verstärkt Mara einerseits das Zombiehafte ihrer Figur, andererseits unterspielt sie das Punk-Element mit absolut klarem, planmäßigem Vorgehen. Wie dieses eisern ver- und entschlossene Wesen schließlich mit dem coolen Reporter zusammenkommt, ist fast allein schon Thrillerstoff. Aber die notwendigen professionellen Glättungen, die die Drehbuchautoren Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg in Larssons ausufernder Handlung vorgenommen haben, bringen erst recht zu Bewusstsein, wie wenig zwingend diese Begegnung von Superhackerin und Journalisten-Held eigentlich ist. Trotzdem bilden jene Szenen das Highlight des Film, in denen diese beiden in einem kalten Holzhäuschen mit Internetanschluss ihre unterschiedlichen Recherchefähigkeiten mittels Computerbildern in einem wahren Investigationsrausch zusammenfügen.

Man könnte jetzt noch Finchers überlegene Regie, viele der Nebenrollen, die Ausstattung, den Schnitt, den Vorspann, die Musik und vieles andere mehr anführen: Der Vorher-nachher-Vergleich fällt in eigentlich allen Aspekten für Fincher aus. Was perverserweise die Schwächen des Stoffs, die Klischee- und Fantasyhaftigkeit des Buches erst richtig entblößt.

In der naTo zeigen wir den Film in einer 35-mm-Kinokopie in der englischen Originalversion.

Lief zuletzt im April 2012