Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker
  • 8.03.2012
    die naTo
  • 10.03.2012
    die naTo
  • 11.03.2012
    die naTo
  • 12.03.2012
    die naTo
  • Di 27.03. 21:45
    die naTo
  • Mi 28.03. 21:45
    die naTo
  • Do 29.03. 21:45
    die naTo

Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker

Leipzig Premiere

BRD 2011, Dok, 79 min, Regie: Klaus Stern

Mit 22 erst aus dem Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung ausgezogen, in dem er die erste eigene Firma gründete. Mit 32 schon insolvent und 21 Millionen Euro Schulden. Dazwischen liegt "die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker". Regisseur Stern hat vorher Filme wie "Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann" (2004) und "Henners Traum – Das größte Tourismusprojekt Europas" (2008) gemacht und bezeichnet Größenwahn als sein Spezialgebiet. Diesbezüglich ist er nun bei Göker wieder genau an den richtigen Mann geraten. MEG (genau, benannt nach seinen Initialen) heißt die Firma, die dieser nach seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann gründete, denn schließlich wollte er mehr als "nur einen Krümel vom Kuchen abhaben". Und tatsächlich: mit 25 hat er mit dem Vertrieb privater Krankenversicherungen am Telefon seine erste Million gescheffelt. Die Firma wächst, der Umsatz steigt, neue Mitarbeiter werden angeworben, großzügige Provisionen werden in Aussicht gestellt und auch gezahlt, verschwenderische Incentive-Reisen wie z.B. zum Luxus-Shopping erster Klasse bei Armani und Gucci in New York gehören zu den kleinen Annehmlichkeiten für die besten Mitarbeiter, der Fuhrpark besteht aus Porsches und Ferraris und die Jubel-Veranstaltungen zur Ehrung erfolgreicher Mitarbeiter stellen in ihrem megalomanischen Pomp und auch in ihrer Länge die Oscar-Verleihung in den Schatten – wie Firmenvideos dokumentieren.

Klaus Stern greift bei seiner Erkundung des Phänomens Mehmet E. Göker auf eine Fülle von Quellen zurück, firmeninterne Videos, Handyaufnahmen von Mitarbeitern, angekauftes TV-Material. Schon seit 2006 war er an dem Thema dran, hat auch Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern gedreht und schließlich auch Göker selbst für ein paar Drehtage vor die Kamera bekommen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Versicherungsmakler allerdings längst pleite und muss sich wegen Veruntreuung und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten. Die große Stärke des Film liegt darin, dass er die Ereignisse nicht chronologisch aufrollt, sondern in einer Dramaturgie der Zuspitzung sein vielfältiges Material clever ins Spiel bringt, erzählerische Bögen schlägt und die Eindrücke zum richtigen Zeitpunkt ausreizt.

Nachdem der Film im Rahmen von Dok Leipzig FF 2011 lief, feiert er nun in digitaler Projektion seine Leipziger Kino-Premiere in der naTo.

Lief zuletzt im Mrz 2012