Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Arirang Arirang
  • 12.02.2015
    die naTo

Arirang

Der Venezianische Spiegel

Südkorea 2011, OmU, Dok, 100 min, Regie: Kim Ki-duk

Format:MPEG 4

Ein filmisches Zwiegespräch des koreanischen Regisseurs KIM Ki-duk (Die Insel / Frühling, Sommer, Herbst, Winter... wieder Frühling / Samaria) mit dem Menschen KIM Ki-duk anlässlich seiner – in Folge eines tragischen Unfalls am Set von Dream (2008) – Schaffenskrise. Arirang thematisiert aber nicht nur das Individuum und seine Krise, er stellt auch die Frage nach Repräsentationskraft und Wahrheitsgehalt des Bildes und vor allem nach der Position des Autors. Das Werkzeug hierfür: dem Publikum eindeutige Bilder und Geschichten, also die Leinwand als Projektionsfläche zu verweigern, sodass dieses sich nicht auf das sichere Terrain des Beobachtens zurück ziehen kann. Die Distanz KIM Ki-duks zur Kamera ist – symbolisch – gleich der des Publikums. Es stellt sich die Frage: Wer beobachtet wen? Anlässlich einer Retrospektive des Regisseurs im Berliner Arsenal 2013 schreibt dieses: "KIM Ki-duks Filme zeigen, wie kapitalistische Tauschverhältnisse auf patriarchalen Gewaltverhältnissen gründen." In Arirang installieren sowohl der befragte / befragende KIM als auch das sehende / gesehene Auditorium das gegenseitige Gewaltverhältnis über den Film als Tauschobjekt.

ARIRANG ist der erste Film der dreiteiligen Reihe "Der Venezianische Spiegel", die in loser Reihenfolge bis zum April 2015 zu sehen sein wird. Ein "venezianischer Spiegel" reflektiert eintreffendes Licht, lässt jedoch einen
gewissen Anteil des Spektrums zur anderen Seite hindurch. Auf diese Weise ist das Geschehen einseitig beobachtbar, während das Gegenüber nur sein eigenes Spiegelbild erkennt. In den drei Teilen der Reihe definieren wir Autorschaft, Bild/Erzählung und Publikum gleichberechtigt auf derselben Ebene. Das Bild verliert dabei seinen identifikatorischen Charakter, Autorin/Autor bleiben präsent und treten dem Publikum auf Augenhöhe entgegen. Die Kamera ist, technisch und ideell, als Auge und Projektionsapparat Spiegelebene dieser Konstellation und somit nicht die übliche, abwesende, zentralistische, bildgebende Autorität. In ihr wird der Ereignishorizont in beide Richtungen teilweise durchlässig.

Mit einer Einführung durch die Filmische Initiative Leipzig (FILZ).

Lief zuletzt im Februar 2015