Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Vol spécial - Special Flight Vol spécial - Special Flight
  • Di 31.01. 20:00
    die naTo
  • 1.02.2012
    die naTo
  • 2.02.2012
    die naTo

Vol spécial - Special Flight

Nachlese Dok Leipzig 2011

Schweiz 2011, OmU, Dok, 100 min, Regie: Fernand Melgar

Jedes Jahr werden in der Schweiz Tausende Männer und Frauen ohne Verfahren und ohne Verurteilung inhaftiert. Einzig weil sie sich irregulär im Land aufhalten, können sie ihrer Freiheit beraubt und für bis zu achtzehn Monate eingesperrt werden, bevor ihnen die Abschiebung droht. Nachdem er in La Forteresse (Goldener Leopard, Internationales Filmfestival Locarno 2008) die Bedingungen in einem Schweizer Empfangszentrum für Asylbewerber aufzeigte, lenkt Fernand Melgar nun den Fokus auf das Ende des Migrationsparcours. Der Filmemacher begab sich für neun Monate in das Ausweisungsgefängnis Frambois in Genf, eines von 28 Deportationszentren für Sans-Papiers (Menschen ohne Ausweispapiere) und abgewiesene Asylbewerber in der Schweiz. Frambois beherbergt abgelehnte Asylsuchende und irreguläre Migranten. Einige sind seit Jahren in der Schweiz, haben sich integriert und eine Familie gegründet. Sie arbeiten, zahlen in die Sozialversicherung ein und schicken ihre Kinder in die Schule. Bis zum Tag, an welchem die kantonale Immigrationsbehörde willkürlich entscheidet, sie einzusperren um ihre Ausreise zu veranlassen. Natürlich will keiner der Verhafteten das Land freiwillig verlassen. Also wird ein gnadenloser administrativer Prozess in Gang gesetzt, dessen Ziel es ist sie zum Verlassen der Schweiz zu zwingen. Im Verlauf der Monate hinter Gittern werden die Konfrontationen zwischen Personal und Insassen zuweilen sehr heftig. Auf der einen Seite wacht ein eng zusammengewachsenes, motiviertes Team von Aufsehern mit menschlichen Wertvorstellungen. Auf der anderen Seite stehen Männer am Ende einer langen Reise, in Angst und unter Stress. Die Beziehungen sind geprägt von Freundschaft und Hass, Respekt und Auflehnung, Dankbarkeit und Ablehnung. Bis zum Moment der Ausweisung. Diese Ankündigung erleben die Inhaftierten oft als Verrat, als letzten Tiefschlag. Diese Beziehungen «zwischen Leben und Tod», wie der Film sie in seinen dramatischsten Momenten zeigt, enden zumeist in Verzweiflung und Demütigung. Gebrochen vom Gesetz und aufgerieben in einer unbarmherzigen administrativen Spirale. Wer sich gegen den Transport wehrt, dem werden Handschellen angelegt. Er wird gefesselt, erhält einen Helm aufgesetzt und Windeln angezogen und wird dann ins Flugzeug gezwungen. In dieser Extremsituation hat Verzweiflung einen Namen: VOL SPÉCIAL (Abschiebungsflug).

Wir zeigen den Film in der naTo in einer digitalen Projektion mit deutschen Untertiteln.

Lief zuletzt im Februar 2012