Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Massaker Massaker
  • 14.11.2011
    die naTo

Massaker

Musalsal – Dokumentarfilme aus Nahost

Deutschland/Frankreich/Libanon 2005, OmU, Dok, 98 min, Regie: Monika Borgmann, Lokman Slim, Hermann Theißen, Nina Menkens

Vom 16. bis 18. September 1982, zwei Nächte und drei Tage lang, wüteten die Mörder von Sabra und Shatila. Am Ende hatten sie 1000 - 3000 palästinensische Zivilisten ermordet, zumeist Frauen, Kinder und Alte. Die genaue Zahl der Opfer - Tote und Verschwundene - ist bis heute nicht bekannt. Die Täter stammten vor allem aus den Reihen der Forces Libanaises, einer mit Israel verbündeten christlichen Miliz. Für die Logistik des Massakers sorgte die israelische Armee, die von dem damaligen Verteidigungsminister und späteren Ministerpräsidenten Ariel Sharon befehligt wurde. 1982 erschütterte das Blutvergießen in den libanesischen Palästinenserlagern die Weltöffentlichkeit, heute ist es (fast) vergessen. Dabei steht es exemplarisch für all die Massaker, die folgten: zum Beispiel in Ruanda oder in den jugoslawischen Kriegen. Immer wieder tauchen die gleichen Fragen auf: Was treibt Menschen zu derartigen Exzessen von Grausamkeit, und wie können die Täter nach den begangenen Gräueltaten weiterleben?

MASSAKER ist inhaltlich wie ästhetisch eine psychopolitische Studie über sechs Täter, die sowohl auf Befehl wie auch aus eigenem Antrieb am Massaker von Sabra und Shatila teilgenommen haben. Der Film verknüpft die psychischen Dispositionen der Täter mit ihrem politischen Umfeld und nähert sich über ihre Erzählungen auch dem Phänomen der kollektiven Gewalt. Ohne das Massaker von Sabra und Shatila wirklich rekonstruieren zu wollen, zeigt MASSAKER durch die ineinander verschlungenen Erzählungen der Protagonisten das Massaker aus der Sicht der Täter. Die Filmemacher bemühen sich dabei um Wahrhaftigkeit; es geht ihnen nicht um Anklage oder Belehrung.

Diskussion im Anschluss an die Vorführung. Deutsche Untertitel.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit eurient e.V. statt.

Lief zuletzt im November 2011