Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Granatäpfel und Myrrhe Granatäpfel und Myrrhe
  • 9.10.2011
    die naTo

Granatäpfel und MyrrheAl-mor wa al rumman

Arabische Filmwoche Leipzig 2011

BRD/F/Palästinensische Autonomiegebiete 2008, OmU, 95 min, Regie: Nadjwa Nadjjar
mit Hiam Abbass, Ali Suliman, Yasmine Al Masri, Ashraf Farah

Kamar und Zaid sind ein so anmutiges Paar, dass ihnen alle Herzen zufliegen – würden sie nicht bei Ramallah leben. Am Tag nach der Hochzeit wird Zaid mitten in der Nacht von israelischen Soldaten verhaftet, von einem Augenblick auf den anderen scheint für ihn alle Farbe aus den Dingen zu weichen. Jedes Mal, wenn die Kamera auf die Enge seiner Zelle schwenkt, findet sie bedrückende Abstufungen grauschwarzer Düsternis, als würden die Bilder akzentuieren, was in den Figuren vorgeht. Ebenso sprechend wie die Farben setzt die palästinensische Regisseurin Najwa Najjar in ihrem preisgekrönten Langfilmdebüt die Räume ein. Immer wieder zeigt sie, wie unvermittelt das Außen in jede Intimität, in die gewöhnliche Arbeit und in die Kunst einbricht.
Sogar mitten im turbulenten Ramallah, wo Kamar mit ihrem Tanz-Ensemble probt, kommt es zu einem punktuellen Belagerungszustand im Café der unbeugsamen Umm Habib. Doch die Loyalitäten bleiben nicht eindeutig: Kamar liebt ihren Mann und findet zärtliche Gesten, um den Gefangenen zu stärken. Beide wollen um keinen Preis vor dem anderen zugeben, was sie gerade durchmachen. Aber Kamar fühlt sich auch zu dem erfolgreichen Palästina- Rückkehrer Kais hingezogen, der als Choreograf der Tänzertruppe neue Impulse geben könnte.
GRANATÄPFEL UND MYRRHE erzählt leise und unspektakulär, menschlich warm und differenziert von der heutigen Situation der Palästinenser. Zudem zeigt der Film, wie diese vermeintlich so patriarchalisch geprägte Gesellschaft insgeheim von starken Frauen gestaltet wird.
Najwa Najjar ist mit inzwischen preisgekrönten Filmen weltweit auf Festivals vertreten, u.a. mit YASMINE'S SONG (Kurzfilm, 2005) und NAIM AND WADEE'A. (Kurzfilm, Dok, 2000).

Lief zuletzt im Oktober 2011