Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Geh und sieh Geh und sieh
  • 9.08.2011
    Conne Island

Geh und siehИди и смотри

UdSSR 1985, OmU, 137 min, Regie: Elem Klimow

GEH UND SIEH, auch bekannt unter dem Titel KOMM UND SIEH, entstand 1985 in der UdSSR und zählt zu den ergreifendsten und schockierendsten Anti-Kriegsfilmen.
Basierend auf einer Romanvorlage von Aleksej Adamovitsch erzählt er die Erlebnisse des 12jährigen Fljora im Weißrussland des Jahres 1943. Die deutschen Truppen richten auf dem Rückzug weitere verheerende Massaker unter der Zivilbevölkerung an. Fljora verlässt sein Dorf, um mit den Partisanen gegen die Deutschen zu kämpfen. In einem Waldlager beginnt für ihn der Schrecken des Krieges mit einem Luftangriff. Sein Heimatdorf wird ausgerottet, im Moor trifft er auf versteckte hungernde Flüchtlinge, die Bewohner eines anderen Dorfes sterben eingesperrt in eine brennende Holzkirche. Um Jahrzehnte gealtert findet Fljora schließlich zu den Partisanen zurück, die nun Rache an den Deutschen nehmen.
Klimow drehte keinen historisch orientierten Genrefilm – GEH UND SIEH erinnert dadurch gelegentlich an Andrej Tarkowskijs IWANS KINDHEIT. Er vermeidet jede Objektivierung und Semidokumentarisches, unerwähnt bleiben konkrete Orte, Fronten oder Ereignisse. Was geschieht, ist unmittelbar und existenziell auf die Sicht und das Leben des Jungen Fljora bezogen, der durch die Ereignisse traumatisiert wird. Die subjektive Darstellung geht so weit, dass wir mit Fljora beim ersten Bombenangriff das Gehör verlieren – nur das Tinnitus-Fiepen und dumpfe Geräusche bleiben. Erst allmählich kehrt die natürliche Wahrnehmung in den Filmton zurück. Dieses und andere Stilmittel des Filmes wurden in späteren Weltkriegs- und Holocaustfilmen immer wieder verwendet – und doch gibt es kaum einen anderen Spielfilm, der die beklemmende Intensität von GEH UND SIEH erreicht hat.

Eine Veranstaltung der Initiative "Geschichte vermitteln" des Conne Island anlässlich des 70. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 / Eintritt frei / mit einem einführenden Referat (20 Uhr), Filmbeginn ca. 21.30 Uhr

Für die Kooperation beim 2cl-Sommerkino danken wir dem Team des Conne Island.

Lief zuletzt im August 2011