Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 heute morgen 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Von Schmugglern und Grenzgängern Von Schmugglern und Grenzgängern
  • Mo 18.04. 20:00
    die naTo

Von Schmugglern und GrenzgängernKurzfilmprogramm zu Ökonomien der Grenze

BRD/F/GB/CH 2003-09, 80 min

Täglich überqueren marokkanische Frauen die Grenze zwischen Spanien und Marokko. Sie arbeiten in Spanien als Hausmädchen und Kinderfrauen und schmuggeln auf dem Rückweg unter ihren langen Gewändern aus China importierte Artikel nach Nordafrika – alles unter den Augen der offiziellen Grenzposten.
Die Rede von der Festung Europa verkennt die Tatsache, dass Europas Grenzen keineswegs undurchdringlich sind, sondern ein ausgeklügelten System der Ein- und Ausschlüsse bilden, das jede Menge Türen offen lässt. Wer diese Türen benutzt, nimmt in Kauf, durch diesen Schritt zu einem „Sans Papiers“ zu werden, dem die Grenzökonomie nur mehr den Status des Illegalen zuerkennt, obwohl oder gerade weil das System seine Arbeitskraft dringend braucht.

Das Kurzfilmprogramm zeigt vier Arbeiten, die den Blick auf unterschiedliche Formen von Grenzökonomien richten. Der preisgekrönte Kurzfilm WAGAH (Supriyo Sen, BRD 2009, 12 min) dokumentiert ein skurriles Militär-Spektakel an der heiß umkämpften Grenze zwischen Indien und Pakistan, das Abend für Abend von tausenden Schaulustigen auf beiden Seiten der Grenze verfolgt wird. Von dieser Art der Eventisierung der Grenze ist die Situation, die Laura Waddington zu ihrem Film BORDER* (Frankreich/GB 2004, 27 min) inspiriert hat, weit entfernt. Die Videokünstlerin begleitete monatelang Flüchtlinge, die von der französischen Grenzstadt Sangatte aus versuchen, sich als blinde Passagiere unter LKWs durch den Eurotunnel nach England einzuschmuggeln. Ursula Biemann und Angela Sanders machen in ihrem Essayfilm EUROPLEX (Schweiz 2003, 20 min) die obskuren Wege und Vorgänge sichtbar, die sich täglich in einem ständigen Kreislauf zwischen legalen und illegalen Netzwerken des Handels am Checkpoint der spanischen Enklave Ceuta abspielen. Clemens von Wedemeyer erzählt schließlich in seinem Film OTJESD (BRD 2005, 15 min) davon, wie sich die Logik der Grenze bis in den Alltag ausbreitet und es schließlich nicht nur die realen Grenzen sind, die die Bewegung von Menschen reglementieren, sondern die bürokratischen Hürden, die einem legalen Grenzübertritt vorgelagert sind.

Eine Veranstaltung von „Well Connected“ im Rahmen von „Kulturen des Kuratorischen“ (www.kdk-leipzig.de), Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, in Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig.

* Aus dem Verleih der Int. Kurzfilmtage Oberhausen

Lief zuletzt im April 2011