Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Night Cries / Women Without Men Night Cries / Women Without Men
  • 2.11.2010
    die naTo
  • 3.11.2010
    die naTo

Night Cries / Women Without MenDoppelprogramm

SIXPACK – Egowunderglobus

BRD/Ö/Australien bzw. F , OmeU, 126 min, Regie: Tracey Moffatt bzw. Shirin Neshat
mit Orsi Tóth, Marcia Langton, Agnes Hardwick, Jimmy Little bzw. Pegah Ferydoni

Doppelprogramm

NIGHT CRIES - A Rural Tragedy
R: Tracey Moffatt, Australien 1990, Kurzspielfilm, mit Marcia Langton, Agnes Hardwick, 17min, englische OF (ohne Dialog)
Im australischen Outback pflegt eine junge Aborigine ihre weiße Adoptivmutter, die im Sterben liegt. Isoliert und auf sich selbst zurück geworfen warten die beiden Frauen, jede auf ihre Weise, auf den Moment des Sterbens. Unausgesprochene Gefühle, unterdrückte Wut, Ohnmacht, stumme Geräusche und lärmende Arbeit an der Liebe wie an der Abhängigkeit, machen NIGHT CRIES zu einer Horrortragikomödie, sarkastisch inszeniert als klaustrophobisches Kammerstück. Regisseurin Tracey Moffatt drehte ihren Film komplett im Studio und erzählt darin von einer Beziehung, die von der australischen Nationenbildung und der dabei bis in die 70er Jahre praktizierten Zwangsassimilation der »Aborigines« geprägt ist und kann auch als eine zugespitzte Kritik am kolonialistischen ethnografischen Film verstanden werden.


WOMEN WITHOUT MEN
(
Zanan bedoone mardan)
R: Shirin Neshat, BRD/F/Ö 2009, mit Arita Shahrzad, Shabnam Tolouei,
95min, OmeU, Leipzig-Premiere
Teheran, Sommer 1953: Im von Briten und Amerikanern unterstützten Putsch wird der demokratisch gewählte Premier Mossadegh gestürzt, der Schah kommt wieder an die Macht. Unterdessen kämpfen vier Frauen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen. Fakhri ist unglücklich verheiratet mit einem hohen Militär. Nach der Begegnung mit einer verflossenen Jugendliebe beschließt sie, ihren Mann zu verlassen. Zarin ist eine junge Prostituierte, deren Ekel vor Männern und sich selbst immer größer wird, so dass sie nur die Flucht als Lösung sieht. Munis ist eine politisch aktive Frau, deren streng religiöser Bruder ihr Druck macht, endlich mit dem Unsinn aufzuhören und stattdessen zu heiraten. Faezeh schließlich, Munis' Freundin, hält sich aus jeder Politik heraus - sie will Munis' Bruder heiraten.
Alle vier treffen außerhalb der Stadt auf einer surrealen Obstplantage aufeinander, die Fakhri gekauft hat, nachdem sie ihren Mann verließ. Ganz ohne Männer versuchen sie, innere zu Ruhe finden...
Regisseurin und Exil-Iranerin Shirin Neshat ist bislang als provokante Fotografin und Videokünstlerin etabliert in der internationalen Kunstszene. Ihr Langfilmdebüt liefert hochemotionale, metaphorische Tableaus — verwandt dem magischen Realismus — zur Tragödie geknechteter Frauen im Iran und in der muslimischen Welt - heute wie damals religiös oder politisch von Männern gerechtfertigt.

Digitale Projektion. Bild aus "Women Without Men"

Lief zuletzt im November 2010